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Große Hitze sorgt für Probleme

Grillen verboten: Wegen der Hitze und der dadurch entstandenen Brandgefahr ist in Wien das Grillen an öffentlichen Grillplätzen bis auf Weiteres verboten.
Grillen verboten: Wegen der Hitze und der dadurch entstandenen Brandgefahr ist in Wien das Grillen an öffentlichen Grillplätzen bis auf Weiteres verboten.(c) REUTERS (Kai Pfaffenbach)
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Wien hat ein Grillverbot erlassen, wegen der Trockenheit drohen in Österreich Waldbrände. Die Freibäder profitieren dagegen von Temperaturen jenseits der 30 Grad.

Wien. Die Zeit des Sommers hat begonnen, in der der Begriff „Hitzesudern“ oft in den Mund genommen wird. Doch ganz abgesehen von der großstädtischen Unlust an Temperaturen jenseits der 30 Grad hat die aktuelle Hitzewelle schon erste Konsequenzen – von vielleicht lästigen Einschränkungen bis zu handfesten Schwierigkeiten.

Grillverbot. In Wien gilt für alle öffentlichen Plätze, an denen es sonst erlaubt wäre, ein Grillverbot – etwa auch für die Grillplätze auf der Donauinsel. Schuld daran ist wenig überraschend die Hitze und die damit einhergehende Dürre, wegen der die Gefahr von Waldbränden besteht. Aufgehoben wird diese Maßnahme erst, wenn es nachhaltige Regenschauer gibt, heißt es bei der MA 49 (Forstamt). Neben der Grillerei ist auch die Entzündung von Sonnwendfeuern untersagt. Das Grillen in privaten Gärten außerhalb des Gefährdungsbereiches des Waldes bleibt allerdings gestattet.

Gefahr für Wald und Landwirtschaft. Wegen der Waldbrandgefahr ist etwa in Niederösterreich und Tirol die Waldbrandverordnung in Kraft getreten – so ist Rauchen, das Entzünden von Feuer und auch das Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen und auch von Glasflaschen oder Scherben im Wald oder nahe davon untersagt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 7270 Euro. Im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich brannte am Dienstagabend ein etwa 100 Quadratmeter großes Stück Wald ab. Auch in Mauthausen im Bezirk Perg gab es einen kleinräumigen Waldbrand nahe des Bahnhofs.

Gefahr für Kinder und Babys. Ärzte warnen, dass Kleinkinder und Babys besonders empfindlich auf hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung reagieren. Sie sollten die Stunden der größten Hitze und direkte Sonneneinstrahlung meiden. Und es sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Abkühlung. Experten raten dazu, die Wohnung in der Nacht zu lüften und die Fenster wieder zu schließen, sobald es draußen wärmer ist als drinnen. Tagsüber geschlossene Jalousien können auch dazu beitragen, dass die Wohnung sich nicht zu stark aufheizt. Die städtische MA 20 (Energieberatung) warnt, dass das Abkühlen der Raumluft mit einem Klimagerät im Sommer rund viermal mehr Energie braucht als das Erwärmen im Winter. Wenn die Hitze steht, sorgen Ventilatoren für Luftzirkulation, verbrauchen dabei aber wesentlich weniger Strom.

Volle Freibäder. Die städtischen Bäder zählen zu jenen, die von der Hitzewelle profitieren. Am Dienstag zählte man 59.000 Badegäste. Insgesamt besuchten seit Saisonbeginn mehr als doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr die Wiener Freibäder. Vom Tag der Eröffnung am 2. Mai bis zum Dienstag verzeichneten die Wiener Bäder 693.000 Besucher – laut MA 44 eine Steigerung von 133 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damals waren es im selben Zeitraum knapp 300.000 Gäste. Am Wochenende soll es in diesem Ton weitergehen – mehr als 100.000 Besucher könnten gezählt werden. Allerdings könnte das Donauinselfest die Besucherzahlen noch etwas nach unten drücken. Übrigens: Die Alte Donau hatte am Dienstag 24, die Neue Donau 23 Grad.

Hitze am Donauinselfest. Die Prognose für das dreitägige Festival, das heuer zum 34. Mal stattfindet, sieht Temperaturen deutlich über der 30-Grad-Marke vor. Der Sonntag dürfte dabei am heißesten werden. In dieser Atmosphäre wird Bürgermeister Michael Häupl am Freitag seinen letzten Inselrundgang in offizieller Funktion übernehmen – er hat ja angekündigt, dass er sich nach der Nationalratswahl im Oktober zurückziehen wird. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2017)