Porsche hat in seinem letzten Geschäftsjahr vor der Übernahme durch VW einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro erlitten. Der Absatz ging um ein Viertel zurück. Doch die Spekulation mit VW-Aktien ruinierte die Bilanz.
Porsche hat im Geschäftsjahr 2008/09 (bis Juli) einen Milliardenverlust eingefahren. Unterm Strich blieb ein Verlust von 3,6 Milliarden Euro, vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 6,4 Milliarden Euro.
Doch der damalige Rekordgewinn stammte zu einem beträchtlichen Teil aus Aufwertungen von VW-Aktien. Denn den 6,4 Milliarden Euro Gewinn standen 7,5 Milliarden Euro Umsatz entgegen. Diese Spekulationsgewinne reichten bis ins erste Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres, wo Porsche noch einen Gewinn von 5,6 Milliarden Euro verbuchte.
Die Stuttgarter hatten sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv überhoben und einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Die Nettoverschuldung lag Ende Juli bei 11,4 Mrd. Euro.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Porsche Veränderung 2008/092007/08in Mio. €in %Umsatz 6.600 7.466 -866-12Ergebnis operativ 1.900 7.709 -5.809 Ergebnis vor Steuer -4.400 8.569 -12.969 Nettoergebnis -3.600 6.392 -9.992 Ein Viertel weniger Autos verkauft
Der Umsatz von Porsche ging zwar nur um knapp zwölf Prozent zurück, der Absatz allerdings um fast ein Viertel. Jedoch war der Modellmix für Porsche günstiger:
Porsche Veränderung Modell2008/092007/08in Stückin %911er 27.070 31.426 -4.356-13,86Boxter/Cayman 13.140 21.747 -8.607-39,58Cayenne 34.265 45.478 -11.213-24,66Gesamt 74.475 98.655 -24.180-24,51Rote Zahlen auch heuer
Auch im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (31. Juli) wird Porsche nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Grund dafür ist die voraussichtliche Entkonsolidierung des knapp 51-prozentigen Anteils an VW und eines Anteils von knapp 50 Prozent an der Porsche AG, wie der neue Finanzchef der Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart sagte.
Porsche hält seit Beginn dieses Jahres knapp 51 Prozent an VW. Nach der gescheiterten Machtübernahme wird VW Porsche voraussichtlich noch in diesem Jahr einen Anteil von 49,9 Prozent an der Porsche AG abkaufen, die das Fahrzeuggeschäft umfasst. Durch diesen Verkauf verliert die Porsche SE als Holdinggesellschaft die alleinige Kontrolle an der AG.
(ebl)