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Mays umstrittener Regierungsdeal steht

Theresa May und DUP-Chefin Arlene Foster.REUTERS
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Die britische Premierministerin und die nordirische DUP-Chefin haben sich auf die Duldung der Minderheitsregierung geeinigt. Nordirland soll nun 1,14 Mrd. Euro erhalten.

Die britischen Konservativen haben sich mit der umstrittenen nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) auf die Duldung der Minderheitsregierung geeinigt. Das entsprechende Abkommen wurde am Montag von den Unterhändlern der Parteien in Anwesenheit der beiden Vorsitzenden May und Arlene Foster unterzeichnet.

Details über die Vereinbarung wurden offiziell zunächst nicht bekanntgegeben. Nach Informationen der Zeitung "Sun" soll Nordirland zusätzlich eine Milliarde Pfund (1,14 Milliarden Euro) erhalten. Eine Bedingung dafür sei ein neue Vereinbarung zur Machtteilung in Nordirland. May hatte bei der von ihr angesetzten Neuwahl die absolute Mehrheit verloren. Daher ist sie auf die Unterstützung der erzkonservativen Regionalpartei angewiesen.

May wollte sich mit der vorgezogenen Parlamentswahl am 8. Juni ursprünglich ein starkes Mandat für die Verhandlungen über den EU-Austritt ihres Landes holen. Doch ihre konservativen Tories erlitten einen herben Rückschlag und büßten ihre absolute Mehrheit im Unterhaus ein: Sie verfügen nur noch über 317 der 650 Mandate und sind auf die zehn Abgeordneten der DUP angewiesen, um weiter regieren zu können.

Gemeinsame Werte als Grundpfeiler der Einigung

May gilt seit der Wahl als angeschlagen. Die Verhandlungen mit der DUP über die Bildung einer Minderheitsregierung zogen sich wochenlang hin. Das Abkommen wurde nun von dem Tory-Politiker Gavin Williamson und dem DUP-Vertreter Jeffrey Donaldson unterzeichnet, May und DUP-Parteichefin Foster schauten lediglich zu.

Foster zeigte sich "erfreut" über die Einigung. May sagte, die Konservativen und die DUP teilten "viele Werte". Das unterzeichnete Abkommen sei "sehr gut".

Es ist nicht das erste Mal, dass eine konservative Regierung in Großbritannien von nordirischen Unionisten gestützt wird. Schon 1996 und 1997 erhielt Premierminister John Major Unterstützung durch die Ulster Unionist Party (UUP), nachdem er seine parlamentarische Mehrheit durch Parteiaustritte und Nachwahlen verloren hatte.

Ihr Regierungsprogramm hatte May bereits am Mittwoch vergangener Woche vorgestellt. Es wurde der Tradition entsprechend von Königin Elizabeth II. bei der feierlichen Parlamentseröffnung verlesen. Dazu zählen acht Gesetzesentwürfe, mit denen der Ausstieg Großbritanniens aus der EU geregelt werden soll. Die Brexit-Verhandlungen mit Brüssel begannen wie geplant am Montag vor einer Woche.

(APA/Reuters)