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AUA-Betriebsversammlung führt zu Flugverspätungen

APA/HERBERT PFARRHOFER

Bei Lohn- und Gehaltsverhandlungen will das AUA-Bordpersonal substanzielle Verbesserungen des Kollektivvertrags erreichen. Heute Mittwoch findet eine Betriebsversammlung statt, die Auswirkungen auf Kunden der Airline hat.

Die Betriebsversammlung bei der AUA hat am Mittwoch Vormittag zu Verspätungen geführt. Einige Flüge seien zu spät dran, teilweise bis zu einer Stunde, bestätigte ein AUA-Sprecher auf Anfrage der APA. Die Betriebsversammlung des Bordpersonals hat erst nach halb zehn angefangen. Die genauen Auswirkungen seien erst nach Abschluss der Veranstaltung absehbar.

Grund für die Betriebsversammlung sind die im September startenden Lohn- und Gehaltsverhandlungen. Heute soll der Startschuss für eine breite Umfrage unter der Belegschaft fallen, deren Ergebnisse dann in die KV-Verhandlungen einfließen sollen.

Nach den Beiträgen zur Sanierung der Lufthansa-Tochter sei es Zeit, bei der Entlohnungshöhe wieder in einen normalen Modus zu kommen, sagte Bord-Betriebsratschef Rainer Stratberger in der Vorwoche gegenübe der APA, als er bereits um Verständnis der Passagiere für außertourliche Verzögerungen bat.

Aus Sicht von Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt bei der Gewerkschaft vida,  "stehen zähe Gespräche an, da wir uns erneut der Herkulesaufgabe stellen, den niedrigsten KV im Lufthansa-Konzern, nämlich den der AUA, deutlich anzuheben". Denn ein Großteil einer niedrigen dreistelligen Zahl von Piloten, die seit Anfang 2015 bei der AUA befristet aufgenommen wurden, könnte die heimische Lufthansa-Tochter wieder verlassen, hatte Stratberger schon vorigen Sommer gewarnt. Und das sei "noch nicht ausgestanden", wie er jetzt sagt. Denn offen sei einerseits, wie die Mutter Lufthansa mit den vorerst befristet bei der Austrian fliegenden Piloten verfahren wolle, andererseits sei es auch deren individuelle Sache, wofür sie sich entscheiden.

 

Warteliste für Piloten?

Hintergund ist, dass die grundsätzliche Einigung zwischen der deutschen Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) und der Lufthansa zwar künftig wieder Neueinstellungen bei der AUA-Mutter ermöglichen wird, unklar sind aber Zeitpunkt und Ausmaß. Piloten-Neueinstellungen bei der Lufthansa würden von einer Art Warteliste kommen, "fast 300 fliegen bei der AUA", so Stratberger: "Wir haben eine erhebliche Zahl von Jungpiloten, die befristet oder unbefristet arbeiten."

Sollten sich VC und Lufthansa auch auf eine Dauerlösung einigen, wäre es möglich, dass die bei Austrian fliegenden Piloten von der Liste ein Job-Angebot erhalten, auch unbefristet beschäftigte: "Die Lufthansa kann sagen: 'Ihr könnt zu uns zurück oder ihr könnt bei der AUA bleiben." Auch seitens des AUA-Vorstands fehle eine Garantie, wie es mit dem Piloten-Thema weitergehe.

Dass zugleich die Lufthansa-Billigflug-Sparte Eurowings als Eurowings Europe in Wien ansässig ist, "obwohl wir als AUA auch hier eine noch billigere Struktur haben", versteht Stratberger nicht und wertet dies als eine "Konkurrenz zur Austrian".

 

(APA)