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UNO: Ein Drittel der Bewohner Raqqas sitzt "in der Falle"

Eine Frau nach dem Begräbnis ihres Mannes in Raqqa.REUTERS
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Bis zu 100.000 Zivilisten sind in der IS-Hochburg gefangen. Alleine im Juni sind mindestens 173 Unbeteiligte durch Luft- und Bodenangriffe getötet worden.

In der belagerten IS-Hochburg Raqqa sitzen nach Einschätzung der UNO bis zu 100.000 Zivilisten fest. Die Einwohner würden in der nordsyrischen Großstadt "in der Falle sitzen", warnte der UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein am Mittwoch. Die informelle Hauptstadt der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) wird seit Wochen von den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) belagert.

"Da die Luftangriffe und die Kämpfe am Boden an Intensität gewinnen, steigt die Zahl der zivilen Opfer, und die Fluchtwege werden einer nach dem anderen gekappt", warnte Zeid. Gemäß einer vorsichtigen Schätzung seien seit dem 1. Juni bei Kämpfen mindestens 173 Zivilisten getötet worden. Die Konfliktparteien müssten weit mehr tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Nach langer Vorbereitung hatte das kurdisch-arabische Bündnis SDF kürzlich den Belagerungsring um die Stadt geschlossen. Vor Beginn der Belagerung lebten rund 300.000 Einwohner in Raqqa, darunter 80.000 Flüchtlinge aus anderen Landesteilen. Nachdem zehntausende Einwohner vor der SDF-Offensive geflohen waren, sank die Einwohnerzahl nach UN-Angaben auf 160.000.

Kurdische Kämpfer nahmen mehrere Viertel ein

Die SDF-Einheiten werden bei ihrer Offensive auf Raqqa von US-Spezialkräften und Flugzeugen der Anti-IS-Koalition unterstützt. Die vorwiegend kurdischen SDF-Kämpfer nahmen bereits mehrere Viertel von Raqqa ein. Die IS-Miliz steht auch in ihrer letzten irakischen Hochburg Mossul unter Druck. Der Verlust der beiden Großstädte scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Zeid rief alle Seiten in Raqqa auf, den Zivilisten die Flucht aus der Stadt zu ermöglichen. Er mahnte auch die von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützten SDF-Kämpfer, sich an das internationale Recht zu halten. Das kurdisch-arabische Bündnis habe sich in den Gebieten unter seiner Kontrolle Menschenrechtsverstöße schuldig gemacht, kritisierte Zeid.

(APA/AFP)