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Russland wegen Cyberattacke verdächtigt

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SymbolbildREUTERS
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Hacker sollen nicht auf Erpressung aus gewesen sein, sondern eine Sabotageaktion geplant haben, vermuten Geheimdienste.

Der groß angelegte Hackerangriff, der Mitte der Woche zahlreiche Computer rund um den Globus lahmgelegt hat, könnte seinen Ursprung möglicherweise in Russland gehabt haben – zu diesem Schluss kommt jedenfalls der ukrainische Geheimdienst SBU. Demnach seien dieselben Täter am Werk gewesen, die im Dezember 2016 das Finanzsystem und das Stromnetz der Ukraine angegriffen hätten, hieß es am gestrigen Samstag in Kiew. Ziel der jüngsten Attacke, die zunächst in der Ukraine gemeldet wurde, bevor sie in Europa und Nordamerika Schäden anrichtete, sei die Vernichtung wichtiger Daten und das Schüren von Panik.

Dass der ukrainische Geheimdienst die Russen im Visier hat, liegt auf der Hand – schließlich sind die beiden Nachbarn seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland vor mehr als drei Jahren in einen Konflikt verwickelt. Doch auch in Westen werden die russischen Hacker verdächtigt, wie die „Financial Times“ in ihrer Samstagausgabe berichtet hat. Demnach seien Experten des weltgrößten Cybersicherheitsunternehmens Fire Eye zu dem Schluss gekommen, dass der russische Staat mit an die Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hinter dem Angriff stecke – „es waren Mörder, die als Kidnapper verkleidet waren“, sagte John Watters, der bei Fire Eye den Bereich Cyber Intelligence leitet, zur „FT“.

Das Computervirus Petya gelangte vergangene Woche über die Hintertür eines Buchhaltungsprogramms in unzählige Computernetzwerke in mehr als 60 Staaten – betroffen waren unter anderem der US-Pharmakonzern Merck, die dänische Reederei Maersk, die französische Bahn SNCF, aber auch der russische Ölkonzern Rosneft. Das Virus kaperte Festplatten und forderte ein Lösegeld – doch im Gegensatz zu früheren Hackerangriffen wurden die angegriffenen Daten größtenteils unwiederbringlich zerstört. Zudem ist die installierte Lösegeldforderung nach Ansicht der Sicherheitsexperten nicht ernstzunehmen, sondern nur eine Attrappe. Laut „Financial Times“ ist auch der britische Nachrichtendienst GCHQ zu dem Schluss gekommen, dass Petya kein Erpressungs-, sondern ein Sabotagevirus sei.

(Red.)