Ampfer, Yak und Zackelschaf: Der Geschmack der Berge

Drei der sieben Spitzenköche auf der Siegerlandhütte in Sölden: Andreas Döllerer (links), Jeremias Riezler und Rebecca Clopath.
Drei der sieben Spitzenköche auf der Siegerlandhütte in Sölden: Andreas Döllerer (links), Jeremias Riezler und Rebecca Clopath.(c) Alexander Maria Lohmann
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Auf 2700 Metern Höhe interpretierten in Sölden sieben Spitzenköche aus dem Alpenraum die alpine Küche. Die muss keinesfalls deftig sein. Und kann auch ohne Pfeffer auskommen.

Ein paar Schritte neben der Siegerlandhütte, auf einem Felsen in 2700 Metern Höhe, bläst der Wind den Rauch einer improvisierten Feuerstelle in alle Richtungen. Wo eben noch ein Kupfertopf mit dem Haxen eines 14 Jahre alten Tuxer Rindes schmorte, brutzeln jetzt hauchdünne Scheiben vom Herz eines Zackelschafs, einer alten Rasse mit langen, gedrehten Hörnern. In der Küche der Hütte wird indes Joghurtbruch auf Bergampferblätter gespritzt, Yakfleisch aufgeschnitten und ein eben erst aufgeklaubter Stein auf dem Ofen erhitzt, um darauf später Schafleber zu garen. Drei Stunden waren sieben Spitzenköche aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Bayern auf die Hütte aufgestiegen, um beim Kochcampus Chef's Table die alpine Küche zu interpretieren. Die habe Potenzial, das lange Zeit übersehen wurde.

Das Feuer, auf dem Hansjörg Ladurner Rind kocht.
Das Feuer, auf dem Hansjörg Ladurner Rind kocht.(c) 2017a.m.lohmann

„Die Profilierung über die Kulinarik ist etwas, an dem der Alpenraum krankt“, sagt der Foodscout Dominik Flammer („Das kulinarische Erbe der Alpen“). Er sieht einen Grund im frühen Erfolg des Tourismus. „Man hatte Angst, heimische Küche zu präsentieren. Die alpine Küche wurde fehlinterpretiert als eine Arme-Leute-Küche – in dem Sinn, dass es keine wertvollen Produkte gibt.“ Weshalb auch hier Seezunge und Hummer auf die Tische der (feineren) Restaurants kamen.

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