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EU-Kommission: Mehr Rechte für Urlauber

Billigflugpassagiere sollen durch neue Insolvenzregeln vor Unbill à la SkyEurope geschützt werden.

BRÜSSEL.Die Europäische Kommission schlägt eine Reform der fast 20 Jahre alten Vorschrift über den Schutz von Pauschalreisenden vor und nimmt sich dabei vor allem der Passagiere von Billigfluglinien an. Denn heutzutage stellen in Europa rund 56 Prozent aller Reisenden ihre Urlaube selbst im Internet zusammen, ohne je den Fuß in ein Reisebüro gesetzt zu haben. Dabei sind sie aber in vielen Fällen nicht durch die Richtlinie aus dem Jahr 1990 vor Ausfällen oder Minderleistungen geschützt. „20 Jahre sind für ein Gesetz zu viel“, sagte die scheidende Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Vorschläge.

Darunter befindet sich auch die besonders brisante Idee, Passagiere von Billigfluglinien gegen deren Insolvenz zu schützen. Laut einer Umfrage im Auftrag der Kommission meint jeder zweite Reisende, im Konkursfall sein Geld zurückzubekommen.

Wie die leidgeprüften Kunden der insolventen Fluggesellschaft SkyEurope wissen, ist das nicht der Fall. Darum lädt die Kommission nun zu einem öffentlichen Diskussionsverfahren ein, bei dem sie Vorschläge sammelt, wie man Fluggäste gegen die Insolvenz von Airlines schützen kann (siehe Internet-Hinweis). Auf Basis der eingehenden Vorschläge und eigener Überlegungen wird die Kommission im Herbst kommenden Jahres einen Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie machen.

Mit dem Widerstand der großen Fluggesellschaften ist zu rechnen. Sie argumentieren, dass es nur selten zu solchen Insolvenzen kommt und folglich nicht alle Passagiere pauschal zu einem Insolvenzfonds oder ähnlichen Maßnahmen beitragen sollen.

http://ec.europa.eu/consumers/rights/travel/consultationen.htm

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2009)