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Ultimatum läuft ab: Ton in Katar-Krise verschärft sich

Wolkenkratzer Skyline, Doha, Katar
Wolkenkratzer Skyline, Doha, Katarimago/imagebroker
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Katars Außenminister al-Thani wirft Saudiarabien und seinen Verbündeten vor, bewusst unannehmbare Forderungen gestellt zu haben. Die Furcht vor einer weiteren Zuspitzung der Krise lässt den Aktienmarkt in dem Emirat deutlich ins Minus rasseln.

Kurz vor dem Auslaufen eines Ultimatums an das Golf-Emirat Katar drohen dem Land neue Sanktionen von seinen Nachbarstaaten. Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten berieten über eine Liste möglicher Zwangsmaßnahmen, berichtete der mit saudischem Geld finanzierte arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya am Sonntag. Demnach habe Katar bis zum Sonntagabend Zeit für die Erfüllung mehrerer Forderungen, darunter die Schließung des TV-Kanals Al-Jazeera und das Zurückfahren der diplomatischen Beziehungen zum Iran. Auch türkische Soldaten sollen den Wüstenstaat verlassen. Der Sender nannte keine Uhrzeit für das Fristende.

In den vergangenen Tagen hatten arabische Medien wiederholt über ein Auslaufen des Ultimatums von Sonntag auf Montag berichtet.

Ein Blick zurück Saudiarabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terror-Gruppen vor.

Am 22. Juni legten sie dann eine Liste mit 13 ultimativen Forderungen an Doha vor. Unter anderem verlangen sie, dass Katar seine Beziehungen zum Iran zurückfährt, den einflussreichen Nachrichtensender Al-Jazeera einstellt und einen türkischen Militärstützpunkt im Land schließt. Die Regierung in Doha erhielt zehn Tage Zeit, um die Forderungen zu erfüllen. Die Frist läuft somit eigentlich am heutigen Sonntag aus.

Der katarische Außenminister Mohammed Abdulrahman Al-Thani twitterte am Sonntag, die Forderungen seiner Nachbarstaaten seien dafür gemacht worden, zurückgewiesen zu werden.

Golf-Krise drückt Börse in Katar

Unterdessen hat die Angst vor einer weiteren Zuspitzung der Krise in der Golfregion den Aktienmarkt in Katar deutlich ins Minus gedrückt. Die Börse in Doha büßte 3,6 Prozent ein. Seit dem Ausbruch der Krise am 5. Juni hat die Börse in Doha etwa zwölf Prozent verloren.

Banker erwarteten, dass Saudiarabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate die heimischen Geldhäuser anweisen könnten, ihre Einlagen aus Katar abzuziehen. Es war nach den einwöchigen Festlichkeiten zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan der erste Handelstag seit dem 22. Juni.

Der saudi-arabische Aktienmarkt notierte ein Prozent tiefer. Der Index in Dubai sank 0,2 Prozent, in Abu Dhabi 0,1 Prozent.

(APA/dpa/AFP/Reuters/Red.)