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Fußball-Wettskandal: Ärzte sollten Spieler vergiften

Symbolbild Sportwetten
(c) AP (Thomas Kienzle)
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Laut einem Anwalt hat die Wettmafia Mannschaftsärzte und Köche angewiesen, "einzelne Spieler im Sinne russischer Methoden zu vergiften, damit diese für einzelne Partien ausfallen".

Der europaweite Fußball-Wettskandal nimmt immer brisantere Ausmaße an. Der Rechtsanwalt Burkhard Benecken sagte am Donnerstag, dass es nach Erkenntnissen der Ermittler auch Einwirkungen auf Mannschaftsärzte und Köche von Luxushotels gegeben haben soll. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum seien diese angewiesen worden, "einzelne Spieler im Sinne russischer Methoden zu vergiften, damit diese für einzelne Partien ausfallen", sagte Benecken.

Laut Ermittlungsakten sei die Wettaffäre ein Fall für die Abteilung "Organisierte Kriminalität", da die Verdächtigen sich nicht wie andere Wett-Betrüger zuvor darauf beschränkt hätten, mit List und Täuschung vorzugehen. Das entscheidende Kriterium dieses weltweiten Netzwerks sei die Gewalt. Man schrecke nicht mehr davor zurück, Leute in Keller einzusperren oder Spieler zu betäuben. Es seien Geldflüsse von zig Millionen Euro im Spiel, so dass auch Vermögenswerte verschleiert werden sollten.

Beneckens seit vergangenem Donnerstag in Untersuchungshaft sitzendem Mandanten Deniz C. wird erpresserischer Menschenraub und gewerbsmäßiger Bandenbetrug in acht Fällen vorgeworfen. Laut Ermittlungsakten soll der 30-Jährige eine der zentralen Figuren der europaweit tätigen Wettmafia sein. C. soll bei Manipulationen entscheidenden Druck ausgeübt haben.

Deniz C. wird darüber hinaus nach Aussage Beneckens zur Last gelegt, Rechtsanwälte von anderen Beschuldigten und Geschädigten bezahlt zu haben, damit diese keine oder eine gewünschte Aussage machen. C. soll mit sechs anderen Verdächtigen auf manipulierte Partien in der Schweiz, Belgien, Türkei, Slowenien und Kroatien gewettet haben. Dabei habe C. einen Gewinn von 990.275 Euro gemacht.

(Ag.)