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Kritik an Goldman: "Teufels Beitrag" statt "Gottes Werk"

Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein
(c) Reuters (Chip East)
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Banken wie Goldman Sachs würden unter Realitätsverlust leiden, sagt der Präsident des deutschen privaten Bankenverbands. Göttlich sei allein die Tatsache, dass aus dem Nichts Gewinne geschöpft werden.

Vor drei Wochen ließ Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein mit der Aussage aufhören, Banken hätten einen gesellschaftlichen Zweck und würden "Gottes Werk" verrichten. Nun kommt Kritik aus Deutschland an Blankfeins Worten: "Unsäglich", seien diese Äußerungen angesichts der Tatsache, dass man das Vertrauen der Menschen wiedergewinnen müsse, sagt der Andreas Schmitz, Präsident des deutschen privaten Bankenverbandes BdB.

Blankfein hat sich zwar mittlerweile entschuldigt und bereut seine Aussagen, wie DiePresse.com berichtete. Schmitz übt dennoch heftige Kritik. Mit Verweis auf einen Buchtitel des Autors John Irving ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") sprach er von "Teufels Beitrag", berichtet das "Handelsblatt". Banken wie Goldman Sachs würden unter Realitätsverlust leiden, so Schmitz. Göttlich sei allein die Tatsache, dass aus dem Nichts Gewinne geschöpft werden. Lehren aus der Finanzkrise müssten sich auch im täglichen Geschäft niederschlagen.

Davon ist allerdings wenig in Sicht. Goldman Sachs hat im dritten Quartal seinen Gewinn verdreifacht. Dabei konzentriert sich das Bankhaus weiter auf das Investmentbanking. Der Gewinn summierte sich dank blühender Geschäfte mit Währungen, Rohstoffen und Anleihen auf 3,03 Milliarden Dollar.