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14 Österreicher in Bezug auf Kinderporno-Seite ausgeforscht

imago/epd
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Ermittler haben einen 39-jährigen Hessen im Zusammenhang mit der Kinderpornografie-Plattform festgenommen. In Österreich wurden weitere 14 mutmaßliche Beteiligte festgenommen.

In Frankfurt haben Ermittler aus Deutschland und Österreich sowie mit der hiesigen Staatsanwaltschaft eine Kinderporno-Plattform mit 90.000 Mitgliedern ausgehoben. In Österreich wurden bereits 14 Beschuldigte ausgeforscht. Auch 29 Opfer konnten bisher ermittelt werden. Weitere Ermittlungen in beiden Ländern laufen.

Seit 2016 gab es im Darknet eine Plattform mit dem Namen "Elysium", die den weltweiten Austausch von Kinderpornografie ermöglichte. Registriert waren mehr als 87.000 Mitglieder. Die Beschuldigten werden des schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verdächtigt und sollen über die Plattform im Darknet kinderpornografisches Material verbreitet haben. Zentrum der Plattform war nach Stand der Ermittlungen in Deutschland. Ein 39-jähriger Hesse wurde festgenommen und steht in Verdacht, der Seitenbetreiber zu sein.

Mehrere Wochen wurde gegen den Betreiber und die Seite ermittelt. Über weitere Details will die Polizei erst am Freitag bei einer Konferenz in Wiesbaden sprechen. Die Plattform ist abgeschaltet worden.

Das sichtbare Internet ist nur die Spitze des Eisbergs

Das unsichtbare Web soll bis zu 1000-mal größer sein als das sichtbare, das visible Net. Eine genaue Schätzung gibt es nicht. Dabei ist das Deep Web nicht mit dem Dark-Web gleichzusetzen. Das Deep-Web umfasst auch Webseiten wie zum Beispiel Datenbanken von Bibliotheken oder auch Datensammlungen für Fluginformationen. Das Dark-Web ist nur ein kleiner Teil davon und nicht zu 100 Prozent ein Platz für illegale Transaktionen.

Im Darknet (englisch für "dunkles Netz") befinden sich Internetseiten, die mit üblichen Suchmaschinen wie Google nicht aufzuspüren sind. Den Zugang zum Deep Web ermöglicht ein spezieller Browser, der sich Tor (The Onion Router) nennt. Onion wie Zwiebel, denn genauso vielschichtig wie bei Zwiebelhäuten läuft die Datenübertragung ab. Die Information wird anonym und verschlüsselt über verschiedene Server geschickt. Am Ende ist alles wieder in Klartext lesbar. Zunächst für Journalisten und Organisationen gedacht, die von Zensur bedroht waren, wird Tor heute von Leuten genutzt, die anonym bleiben wollen. Wer mit Tor surft, verwischt Surfspuren. Tor gibt es für Windows und Apple.

Statt wie gewohnt in eine Suchmaschine den gewünschten Begriff einzugeben und loszulegen, ist es nicht. Die Webseiten, die aus Zahlen- und Buchstabenkombinationen bestehen, müssen einerseits gekannt werden, oder über Webseiten, die frei zugänglich sind, gesucht werden.

Das Angebot ist mannigfaltig - von abartig bis illegal

Im Dark-Web kann man nicht nur Drogen und Waffen kaufen, sondern User tauschen sich völlig anonym über Kannibalismus und andere Vorlieben aus. Ermittler in allen Ländern bekommen nur schwer die Betreiber der Plattformen zu greifen.

(bagre)