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Abgasskandal: Verhafteter Audi-Manager will reden

Volkswagen
Die Aussagen des leitenden Motorenentwicklers könnten Lichten in den VW-Fall bringen.APA/dpa/Julian Stratenschulte

Der verhaftete Audi-Manager zeigt sich kooperationsbereit. Seine Festnahme schlug Wellen: Erstmals ging Deutschlands Justiz in der Abgasaffäre direkt gegen Manager vor.

Der seit Anfang vergangener Woche wegen der Abgasaffäre inhaftierte Audi-Manager will mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Sein Anwalt Walter Lechner sagte der "Süddeutschen Zeitung" von Montag: "Mein Mandant sagt aus. Er kooperiert mit der Staatsanwaltschaft, um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten."

Der Festgenommene war bis zu seiner Beurlaubung 2015 einer der führenden Motorenentwickler bei der Volkswagen-Tochter Audi und ist offenbar stark in die Abgasaffäre verwickelt. Laut deutschen Medien leitete er bis dahin ein Team von Ingenieuren, das für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war. Gegen den 60-jährigen Italiener haben zudem die US-Behörden Strafanzeige gestellt. Sie werfen ihm Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vor.

Die Münchener Staatsanwaltschaft hatte am Freitag mitgeteilt, dass ihm Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen werden. Der "Süddeutschen" zufolge hat die Staatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass er dazu beigetragen hat, die US-Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß von Diesel-Fahrzeugen zu täuschen. Sein Anwalt sieht die Verantwortung dafür aber nicht bei seinem Mandanten. "Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat."

(APA/dpa/red)