Nach dem Deal mit Nokia scheint der Weg nach Europa geebnet. Die Chinesen wollen sich vor allem auf den osteuropäischen Markt konzentrieren.
Der chinesische Smartphone-Senkrechtstarter Xiaomi wagt sich nach Europa. Zunächst sollen Smartphones sowie Fitnessbänder, Lautsprecher und externe Handy-Akkus vor allem in osteuropäischen Ländern verkauft werden. In Europa starte die Firma zunächst in Polen, Litauen, Lettland, Estland, der Ukraine, Weißrussland, Russland, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Griechenland.
Deutschland und andere Länder in Westeuropa stünden zwar auch auf der Expansionsliste der Firma, sagte Xiaomi-Manager Liu Yi dem deutschen "Handelsblatt" von Donnerstag. "Allerdings haben wir dafür bisher noch keinen Zeitplan, weil unsere Ressourcen mit der Expansion in die anderen Märkte gebunden sind."
Smartphones werden von vielen internationalen Herstellern in China produziert. Geräte von chinesischen Firmen waren trotzdem lange Zeit ein Kuriosum am europäischen Markt. Huawei hat als einer der ersten den großen Sprung geschafft und sich als internationales Unternehmen etabliert. Viele andere stehen bereits in den Startlöchern. "Die Presse" hat eine Übersicht über die besten Smartphones aus Fernost zusammengestellt. APA/AFP/NICOLAS ASFOURI
Dabei gilt aber zu beachten, dass viele der Geräte noch nicht regulär hierzulande zu haben sind, so dass nur der Weg über den Import-Shop gibt. Es gibt seriöse und solche, von denen man die Finger lassen sollte. Zu empfehlen ist TradingShenzhen. Die Auswahl geht über Xiaomi hinaus und zum Teil werden die Geräte versandkostenfrei verschickt. Dennoch gelten die Zollbestimmungen zu beachten und auch ob die LTE-Frequenzen mit denen hierzulande übereinstimmen. Auch gute Bewertungen genießt Banggood.com. Nutzer empfehlen dabei Direct Mail beim Bestellen auszuwählen. Der Support sei, so die durchgehende Meinung, bei TradingShenzhen besser. APA/AFP/ISAAC LAWRENCE
Huawei ist hierzulande leicht erhältlich. Egal ob im freien Handel oder bei Mobilfunkprovidern. Das Huawei Mate S ist ein hochwertiges Gerät, das über ein 5,5 Zoll Display verfügt und auch ausreichend Leistung aufweist (Achtkern-CPU und 3 GB RAM). Beim Preis hat sich Huawei an US- und europäische Verhältnisse angeglichen. Das Gerät ist mit 600 Euro aber immer noch günstiger als Apple oder Samsung. (c) Hersteller
Deutlich günstiger wird es mit dem One Plus 3, das in der ersten Jahreshälfte 2016 vorgestellt wurde. Für 400 Euro bietet es 6 Gigabyte RAM und einen Prozessor von Qualcomm (Snapdragon 820). Ein Performance-Schwergewicht, das Multimedia-Nutzern auf den Leib geschrieben ist. >>> Hier geht's zur One Plus Webseite. (c) Hersteller
Verkehrte Welt heißt es beim Oppo R9, dessen Hauptkamera niedriger auflöst als die Frontkamera. (13 MP statt 16 MP). Das richtige Smartphone für Selfie-Enthusiasten. Die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen. Ein 2850-mAh-Akku verbaut in einem 6,6 Millimeter dünnen Aluminium-Gehäuse. Die Leistung ist auf dem Stand aktueller Technik. Vor der Konkurrenz braucht sich das Unternehmen mit dem 380-Euro-Gerät nicht verstecken. (c) Hersteller
Xiaomi hat das Image, lediglich Apples iPhones zu kopieren abgelegt und produziert zuverlässige, hochwertige und innovative Smartphones. Das Xiaomi Redmi Pro ist ein 5,5 Zoll großes Gerät, das mit entweder 3 oder 4 GB RAM auf den Markt kommt und mit einem 4.050 mAh Akku ausgestattet ist. Das Gerät unterstützt zudem Dual-SIM (sehr selten hierzulande geworden) und Fingerabdruck-Sensor. Preis: 215 Euro. Vorsicht: Xiaomi-Geräte werden meist ohne Google Play Store ausgeliefert - trotz installierter Android-Version. (c) Hersteller
Das einst französische Unternehmen Alcatel ging 2004 mit der chinesischen Firma TCL ein Joint-Venture ein. Mittlerweile besitzt TCL alle Rechte des einstigen Mobilgeräte-Herstellers. Mittlerweile konnte sich Alcatel wieder einen Namen in der Branche machen. Das Idol 4S besticht durch seine einfallsreiche Verpackung, denn diese ist ähnlich wie die Gear VR eine Virtual-Reality-Brille für das Smartphone. Preis für das Gesamtpaket: 390 Euro. (c) Hersteller
Ein weiteres Smartphone, das auch ohne Umwege in Österreich erhältlich ist, ist das Honor 8. Es ist eine Marke unter dem Huawei-Dach, das Dual-SIM-fähige Geräte auf den Markt bringt, die vor allem im mittleren Preissegment auftrumpfen will. An der technischen Ausstattung wird aber nicht gespart. Preis: 359 Euro. (c) Hersteller
Den Namen Meizu hört man noch nicht so oft, aber das könnte sich bald ändern. Das Meizu Pro 6 ist ein Gerät, das ab 300 Euro zu haben ist und ebenfalls Dual-SIM unterstützt. Ein 2560-mAh-Akku, findet in dem 5,2 Zoll großen Gehäuse Platz. Eine 21-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor und eine 5-Megapixel-Kamera an der Front sind ebenfalls verbaut. Lediglich bei den unterstützen Frequenzen gibt es Einschränkungen. Nur 1800 MHz und 2600 MHz werden unterstützt. (c) Hersteller
Für unter 400 Euro gibt es das Xiaomi Mi5s. Ein Snapdragon 821, bis zu 4 GB RAM und bis zu 128 GB internem Speicher stehen zur Auswahl. Mit dem Ultraschall-Fingerabdrucksensor (einmal auflegen bei der Installation reich) hat Xiaomi gegenüber der Konkurrenz ein Alleinstellungsmerkmal. Und das zum halben Preis eines Apple- oder Samsung-Flaggschiffs. Zu bedenken gilt, dass zwar die LTE-Frequenzen 1800 und 2600 MHz unterstützt werden, nicht jedoch das Band 20 und dass das Smartphone nur auf Englisch genutzt werden kann. Preis: 325 Euro. (c) Hersteller
Nahezu ein Tech-Veteran unter den gelisteten Herstellern ist ZTE. Als Hersteller von Smartphones ist das Unternehmen noch nicht sehr bekannt und hinkt im Bekanntheitsranking weit hinter Huawei. Die Smartphones weisen aber eine sehr gute Verarbeitung auf und sind auch sonst mit aktuellster Prozessor- und Akkutechnik ausgestattet. Das ZTE Axon 7 hat zudem einen erweiterbaren Speicher und ist an die europäischen Frequenzbänder angepasst. Erhältlich sind die Geräte online und hierzulande auch in Elektrofachgeschäften. Preis: 400 Euro. (c) Hersteller
Die neun besten China-Smartphones
Xiaomi hatte die Expansion über den Heimatmarkt und einige asiatische Länder hinaus vor einigen Jahren auf Eis gelegt. Neben eingeschränkten finanziellen Ressourcen galt auch die Angst vor Patentklagen als ein Grund. Westliche Märkte sind ohne eine Absicherung bei den Patenten nicht zu erschließen. Vergangene Woche gab Xiaomi aber den Kauf eines Patent-Pakets bei Nokia und einen langfristigen Deal mit dem finnischen Netzwerkausrüster bekannt.
Xiaomi rückte vor einigen Jahren in die Spitzengruppe der chinesischen Smartphone-Anbieter mit dem Geschäftsmodell vor, technisch hochgerüstete Geräte vergleichsweise günstig über das Internet zu verkaufen. Die Größe des chinesischen Marktes machte die Firma auch zu einem der weltgrößten Smartphone-Anbieter. Inzwischen verkaufen aber andere junge Rivalen wie Oppo und Vivo mehr Smartphones in China als Xiaomi, und auch große Konzerne wie Huawei, ZTE und Lenovo wollen weltweit vorne mitspielen.
Xiaomi versucht unterdessen, das Geschäft als Dienste-Anbieter sowie mit einem Komplett-Angebot von Haushaltsgeräten von der Fritteuse über Luftreiniger bis zum Fernseher auszubauen. "Xiaomi will in den nächsten drei Jahren 2.000 neue Geschäfte eröffnen, die Hälfte davon mit Partnern im Ausland", sagte Liu dem "Handelsblatt".
Oppo ist auch in diesem Jahr in Barcelona mit seinen Smartphone-Neuheiten vertreten. Trotz europäischer Messe, wird man noch länger keine Geräte des Herstellers bei uns finden.
Samsung, Sony und LG bekommen Konkurrenz. Aus China. Mit Smartphones, die es technisch mit den Topmodellen aufnehmen können. Aber für einen deutlich günstigeren Preis.
Xiaomi ist im Heimatland China sehr erfolgreich. Doch die Konkurrenz rückt nach und Xiaomi bereitet sich auf den internationalen Markt vor - mit Hilfe von Handy-Pionier Nokia.
Xiaomi ist im Heimatland China sehr erfolgreich. Doch die Konkurrenz rückt nach und Xiaomi bereitet sich auf den internationalen Markt vor - mit Hilfe von Handy-Pionier Nokia.