Der an Quelle Österreich interessierte Investor Martin Lenz muss heute ein Angebot vorlegen. Der heute angelaufene "größte Abverkauf Österreichs" hat indes die Server lahmgelegt.
Beim insolventen österreichischen Versandhändler Quelle müssen bis Weihnachten 500 der rund 1100 Mitarbeiter gehen. Dem Vernehmen nach wird am 11. Dezember die erste Tranche von 300 Personen mit Austrittsdatum 16. Dezember gekündigt, am 18. Dezember weitere 200 Mitarbeiter mit Stichtag 23. Dezember, berichtete das "WirtschaftsBlatt" am Montag.
Mit den Kündigungen gehen auch Teilbetriebsschließungen einher. Geschlossen werden jene Bereiche die für den Abverkauf, der heute gestartet ist, nicht benötigt werden. Bis Ende Dezember haben Schnäppchenjäger die Möglichkeit, 600.000 Artikel bis zu minus 50 Prozent zu erstehen. Verkauft wird über das Internet, Prospekte und die Quelle-Shops.
"Größter Abverkauf Österreichs"
Aufgrund des Abverkaufs, der laut Quelle der "größte Österreichs" ist, war der Server am Vormittag zeitweise überlastet. Tatsächlich wurden bereits rund 70.000 Artikel bestellt, das entspreche rund 12 Prozent des abzuverkaufenden Lagerbestandes, teilte Masseverwalter-Stellvertreter Rudolf Mitterlehner mit.
Allerdings müssen die Kunden bei der Schnäppchenjagd auch Geduld mitbringen. Es gebe geringe Wartezeiten im Internet und Call Center, aber aufgrund der attraktiven Preise versuchten es die Kunden ein zweites Mal, wo sie Quelle dann erreichten.
50 Millionen Euro werden nicht reichen
Während der Abverkauf beginnt, endet die Frist für Interessenten Martin Lenz ein Angebot abzugeben. Ob es zur Stunde schon vorliegt, sagte Masseverwalter Erhard Hackl nicht. Um das Linzer Versandhaus kaufen zu können, muss Lenz eine Stange Geld in die Hand nehmen. "Er muss mir die Außenstände abkaufen", sagte Hackl dem "WirtschaftsBlatt".
Der Kaufpreis errechne sich aus den 90 Millionen Euro Außenständen, von denen die Liquidität und die dubiosen Forderungen abgezogen werden. Dazu komme der Preis für das restliche Warenlager plus zehn Millionen Euro für den Kundenstock, hieß es im Bericht. "Das wird sich mit 50 Millionen Euro nicht ausgehen", wurde Otto Zotter vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) zitiert.
Shops: "Es sieht sehr gut aus"
Wie es mit den rund 175 Quelle-Shops weitergeht und wie viele Betreiber weitermachen, ist nach wie vor unklar. Am Sonntag gab es ein Treffen, was dabei herausgekommen ist, wollte Harder nicht sagen. Er wolle die Verhandlungen mit möglichen Partnern nicht gefährden. Im Moment schaue es aber "sehr gut aus".
(APA)