Eifersuchtsmord in Linz: Türke gesteht vor Gericht

Eifersuchtsmord Linz
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Ein 31-Jähriger soll im Mai einen 34-jährigen Landsmann mit "unglaublicher Brutalität" erstochen haben. Er glaubte, dass seine Frau mit dem Opfer eine Affäre gehabt hat. Der Prozess wurde auf Jänner vertagt.

Ein 31-jähriger Türke hat sich am Montag wegen Mordes vor dem Landesgericht Linz verantworten müssen. Er soll am 6. Mai einen 34-jährigen Landsmann aus Eifersucht mit 25 Messerstichen auf offener Straße getötet haben. Der Angeklagte bekannte sich schuldig. Er habe angenommen, das Opfer habe ein Verhältnis mit seiner Ehefrau gehabt. Der Prozess wurde am Nachmittag überraschend auf den 25. Jänner vertagt, weil der Verteidiger des Angeklagten die Zurechnungsfähigkeit seines Mandanten überprüfen lassen will.

Der Angeklagte soll selbst bereits seit längerem eine Affäre gehabt haben, von der seine Frau aber gewusst habe, wie er vor Gericht schilderte. Zwei Wochen vor der Tat habe er sich von seiner Geliebten getrennt. Er habe allerdings angenommen, dass sich in der Zwischenzeit seine Frau einen Liebhaber zugelegt habe. Sie soll den Mann - das spätere Opfer - bei einer türkischen Single-Hotline kennengelernt und sich öfter mit ihm getroffen haben.

Am Tatabend sei er zur Arbeitsstelle seiner Frau gefahren und habe ihren mutmaßlichen Geliebten dort gesehen, schilderte der Angeklagte. Der Mann sei mit dem Auto davongerast, als er ihn gesehen habe. Er habe ihn mit seinem Wagen verfolgt. Sie seien mit 150 km/h über zwei rote Ampeln gerast, in der Nähe des Linzer Bahnhofs habe er das Fahrzeug seines Kontrahenten schließlich gerammt. Dann sei er ausgestiegen und habe mit einem Messer, das er immer im Auto aufbewahre, auf den 34-Jährigen losgegangen.

25 Stiche - "unglaubliche Brutalität"

Das Opfer wurde im Spital noch notoperiert, erlag aber wenig später seinen schweren Verletzungen. Laut Sachverständigem wurde insgesamt 25 Mal mit der acht Zentimeter langen Klinge auf den Mann eingestochen. Die Leiche habe Verletzungen auf der Brust, am Rücken, am Bauch, im Gesicht und auf den Armen gehabt. Ein Stich habe das Herz getroffen und rasch zum Tod des Mannes geführt. Die Summe der übrigen Verletzungen - unter anderem ein Leber- und einen Lungenstich - wäre laut Experten ebenfalls tödlich gewesen.

Mit "unglaublicher Brutalität" habe der Angeklagte das Messer immer wieder bis zum Ansatz in sein Opfer gestochen, so die Staatsanwältin, die dem Angeklagten Mord aus Eifersucht vorwirft. Der Verteidiger, der auf Totschlag plädiert, sprach von einer "allgemein begreiflichen Gemütsbewegung", in der sein Mandant "wie ein Wahnsinniger" auf seinen Kontrahenten eingestochen habe. Erst danach sei er "wieder zu Sinnen" gekommen.

(APA)