Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama ist durchwegs auf ein positives Echo gestoßen. Obama will die Truppen in Afghanistan deutlich verstärken.
Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama ist in ersten Reaktionen auf ein positives Echo gestoßen.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die neue Strategie. Die von Obama angekündigte beträchtliche Aufstockung der US-Truppen in der Nato-geführten Mission am Hindukusch sei Beleg für die Entschlossenheit des Präsidenten, sagte Rasmussen in der Nacht auf Mittwoch in einer schriftlichen Erklärung. Die neue Strategie der US-Regierung verspreche Erfolg. Rasmussen äußerte die Erwartung, dass auch die anderen Nato-Staaten ihren Beitrag für Afghanistan verstärkten.
Sarkozy: "Mutige Rede"
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy erklärte in der Nacht auf Mittwoch, Obama habe eine "mutige" und "entschlossene" Rede gehalten, die dem internationalen Engagement am Hindukusch neues Leben einhauchen und neue Perspektiven eröffnen werde. Frankreich werde sich weiter und so lange wie nötig gemeinsam mit seinen Verbündeten in Afghanistan engagieren, hieß es in Sarkozys Erklärung weiter. Von der möglichen Entsendung zusätzlicher Soldaten, wie Obama sie von den Nato-Partnern gefordert hat, war unterdessen nicht die Rede.
McChrystal: "Klare Mission"
Der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, zeigte sich zufrieden mit der neuen Strategie. Sein Schwerpunkt werde darauf liegen, die einheimischen Sicherheitskräfte in Afghanistan auszubilden und aufzubauen, erklärte McChrystal in Kabul. Die neue Strategie gebe ihm eine "klare militärische Mission und die Ressourcen, um unsere Aufgabe zu erfüllen". McChrystal hatte Obama vor einem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes gewarnt, sollten die Streitkräfte die Aufständischen nicht rasch unter Kontrolle bekommen. Er hatte deshalb im August Zehntausende zusätzliche Soldaten angefordert.
Brown: "Obama unterstützen"
Großbritanniens Regierungschef Gordon Brown hat die am internationalen Afghanistan-Einsatz beteiligten Staaten aufgefordert, die neue Strategie von US-Präsident Barack Obama zu unterstützen. "Ich rufe alle unsere Verbündeten auf, sich hinter der Strategie von Präsident Obama zu vereinen", erklärte Brown am Mittwoch. Großbritannien wolle sich dafür einsetzen, dass auch andere Länder ihre Truppen in Afghanistan verstärkten. Brown hatte bereits am Montag angekündigt, sein Land werde die Zahl seiner Soldaten in Afghanistan Anfang Dezember um 500 auf 9500 erhöhen.
Rom will Soldaten abziehen
Italien will bis spätestens 2013 seine Soldaten aus Afghanistan abziehen. Rom sei jedoch bereit, positiv auf den Appell von US-Präsident Barack Obama zu einer Aufstockung der Truppen zu reagieren, erklärte der italienische Außenminister Franco Frattini am Mittwoch in Rom. "Wir hoffen, dass die Verbündeten sehr viel für Afghanistan tun werden, wie wir auch", sagte Frattini. Er hob dabei die "zögerliche Reaktion" von Frankreich und Deutschland auf Obamas Appell hervor. Großbritannien habe einen "minimalen Beitrag" versprochen, meinte der italienische Außenminister. Die Regierung Berlusconi habe noch nicht beschlossen, wie viele zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsendet werden sollten.
Niederlande: Streit über Einsatz
Die Ankündigung der US-Truppenverstärkung in Afghanistan durch Präsident Barack Obama hat in den Niederlanden einen neuen Streit über das eigene militärische Engagement am Hindukusch ausgelöst. Während der christdemokratische Außenminister Maxime Verhagen Obamas Afghanistan-Strategie lobte, betonten die mitregierenden Sozialdemokraten am Mittwoch, der niederländische Einsatz in Afghanistan müsse wie geplant 2010 beendet werden.
(Ag.)