Reiche haben halbe Krisenverluste wieder ausgeglichen

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WALDSCHLOESSL AM ATTERSEE(c) APA (Pictures Unlimited/fesl)
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Österreichs Reiche haben durch die Finanzkrise rund elf Milliarden Euro verloren. 2009 haben diese "Private Banking"-Kunden aber gut die Hälfte wieder eingenommen. Vollständig verdaut soll die Krise Ende 2010 sein.

Der österreichische Private Banking-Markt befindet sich nach dem kräftigen Einbruch im Jahr 2008 wieder im Aufwind. "Die Erholung erfolgt schneller als erwartet", sagte Wolfgang Traindl, Leiter des Private Banking der Erste Bank. Die bei den heimischen Banken veranlagten Finanzvermögen der Reichen und Superreichen - dazu werden Kunden mit liquidem Gesamtvermögen ab 300000 Euro gezählt - steigen heuer um 6 Prozent auf 126 Milliarden Euro, erwartet Traindl.

Halbe Krise verdaut

Die Finanzkrise hat im Vorjahr die sogenannten "High Net Worth Individuals" (HNWI) 8,5 Prozent oder elf Milliarden Euro gekostet. In Österreich hätten die Reichen damit aber weniger verloren als im EU-Schnitt, so Traindl. 2006 beliefen sich die heimischen Finanzvermögen der HNWI - laut Daten der Beratungsfirma Booz & Company - auf 117 Milliarden Euro, und stiegen 2007 auf 130 Milliarden Euro. 2008 erfolgte ein Einbruch auf 119 Milliarden Euro. Diese Verluste sollten 2010 wieder wettgemacht sein, der Private Banking-Markt um weitere sechs Prozent auf rund 133 Milliarden Euro zulegen, schätzt Traindl.

Eine Milliarde zwischengeparkt

Im Visier der Privat Banking-Experten der Erste Bank stehen derzeit jene Milliarde Euro, die in Folge der Finanzkrise auf den heimischen Sparkonten zwischengeparkt sind. In dieser Phase würden wieder österreichische Hausbanken favorisiert, Gelder aus dem Ausland wieder zurückfließen, weil eine Veranlagung im Ausland keine Vorteile mehr brächte. Zugleich seien auch die Zeiten "für hyper-mystische Anbieter mit magischen Renditenzahlen" vorbei.

Risikobereitschaft steigt

Bei der Veranlagung der Gelder treten jetzt wieder "mehr risikobehaftete Anlagen in den Vordergrund", SO Paul Severin, Investmentstratege der Erste Sparinvest. Hoffnungsträger für die Aktienmärkte seien dabei vor allem die Emerging Markets und darunter die "Big Four" der Schwellenländer: Russland, Indien, Brasilien und China. Mit Kurskorrekturen im ersten Halbjahr 2010 sei allerdings zu rechnen. Weiterhin attraktiv bleiben sollten auch Unternehmensanleihen sowie Immobilien- und Gold-Veranlagungen.

Für konservative Private Banking-Kunden empfiehlt die Erste Bank

  • 15 Prozent Aktien mit Schwerpunkt Blue Chips,
  • 70 Prozent Anleihen,
  • 5 bis 10 Prozent Immobilien,
  • 5 bis 10 Prozent Cash und
  • 5 Prozent Gold.

Für dynamische Kunden lautet die Empfehlung auf 25 Prozent Aktien, 60 Prozent Anleihen, sowie Immobilien-, Cash- und Gold-Anteile wie der konservativen Veranlagung.

(APA)

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