Im Keller: Boite à Gamay

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Beaujolais im Sommer.

Normalerweise ist vom Beaujolais im Spätherbst die Rede, vom bekannten Beaujolais nouveau. Aber ehrlich gesagt: Das war früher vielleicht einmal für britische Dandys ein Spaß. Mitterweile finde ich das Getue um den Primeur ziemlich verstaubt. Wenn Beaujolais, dann im Sommer. Entkorken und in den Kühler stellen, bis er schön kalt und gelüftet ist. Somit wäre ich bei der Domaine de Thulon angelangt. Das kleine, 17 Hektar große Familienweingut wird von den Geschwistern Carine und Laurent Jambon geführt. Sie machen ehrliche, erdige Weine. Ein Großteil der Weingärten ist noch in alter Stockkultur ausgepflanzt. Ihren Boite à Gamay 2016 keltern sie ganz, wie es im Beaujolais üblich ist. Macération carbonique nennt sich das Verfahren, bei dem die ganzen Beeren in einem Bottich vergären, der mit Kohlensäure bedeckt ist. Unter diesem CO2-Schirm wird der Wein sehr fruchtig, mild und nicht so herb wie in Frankreich andernorts üblich. Resultat: ein lässiger Sommerdrink. Aus dem Hause Thulon gibt es übrigens auch einen hervorragenden Chardonnay. Also von mir aus kann es jetzt richtig heiß werden.

Domaine de Thulon. Boite à Gamay, kostet 10 Euro in der Abothek, www.abothek.at