Wifo: Industrie erholt sich, Arbeitslosigkeit steigt

ARCHIV - Ein Arbeiter kontrolliert am 21. Maerz 2007 in einem Werk der Deutschen Bahn AG in Magdeburg
ARCHIV - Ein Arbeiter kontrolliert am 21. Maerz 2007 in einem Werk der Deutschen Bahn AG in Magdeburg(c) AP (Eckehard Schulz)
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Zwischen Juli und September wuchs das österreichische BIP real um 0,9 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal. Vor allem der wichtige Industriesektor erholt sich zusehends.

Unterstützt durch die Konjunkturpakete hat sich die Wirtschaft weltweit stabilisiert, der Welthandel wächst seit dem Sommer stark. In Österreich wuchs das BIP im 3. Quartal nach vorläufiger Berechnung gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt real um 0,9%. Vor allem die Industriekonjunktur hat sich erholt. Die Bauproduktion hatte erst zuletzt leicht steigende Tendenz. Der Einzelhandel entwickelte sich dank kräftiger Lohnzuwächse und niedriger Inflation stabil. Die Arbeitslosigkeit erhöht sich weiter, wenn auch langsamer als zuletzt. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Wifo hervor.

Industrie erholt sich

Die Wertschöpfung der heimischen Sachgütererzeuger brach zwischen dem 3. Quartal 2008 und dem 2. Quartal 2009  um 15% ein. Seit dem Frühjahr 2009 und verstärkt seit Herbst 2009 deuten die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests eine Trendwende an.
Vor allem in dieser Branche, aber auch generell dürfte die Stabilisierung der Industriekonjunktur vor allem auf die weltweit expansiven Geld- und Budgetpolitik zurückzuführen sein. Die Stabilisierung von Finanzsystem und Banken, die Ausweitung der Staatsausgaben und die Steuersenkungen verbesserten die wirtschaftliche Lage und die Erwartungen von Unternehmen und privaten Haushalten. International werden die Lager nach dem kräftigen Abbau der Vorquartale nun wieder aufgestockt.

Welthandel wächst wieder

Der Welthandel expandiert seit Juni 2009 real merklich: Laut Centraal Planbureau lag er saisonbereinigt im September um acht Prozent über dem Tiefstand, jedoch um elf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die anhaltende Abhängigkeit der Konjunktur von staatlichen Stimulierungsprogrammen lässt den Übergang zu einem dauerhaften Aufschwung als unsicher erscheinen.

Zwiespältige Entwicklung im Handel

Recht unterschiedlich verläuft die Konjunktur in den verschiedenen Sparten des Handels. In den Umsätzen des Großhandels spiegelt sich das niedrige Niveau des Exports. Der Kfz-Handel meldet anhaltende Rückgänge, obwohl die Pkw-Neuzulassungen stiegen. Das deutet auf hohe Einbußen durch die herrschende Rabattschlacht hin.

Der Einzelhandel setzte von Jänner bis August real um 0,8 Prozent mehr um als im Vorjahr. Er profitiert von der Ausweitung der verfügbaren Einkommen durch kräftiges Reallohnwachstum, Steigerung der Sozialtransfers und Verringerung der Steuerbelastung. Im Oktober waren die Tariflöhne um 3,4 Prozent höher als im Vorjahr, die Inflationsrate betrug nur 0,3 Prozent.

Tourismus praktisch stabil

Der heimische Tourismus ist von der Wirtschaftskrise bislang noch wenig betroffen. Umsätze und Zahl der Nächtigungen blieben in der Sommersaison um etwas mehr als ein Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosigkeit steigt weiter

Im November waren beim AMS 258.000 Arbeitslose gemeldet, die saisonbereinigte Arbeitslosenquote gemäß traditioneller österreichischer Definition betrug 7,4% der unselbständigen Erwerbspersonen. Seit dem Tiefpunkt im Frühjahr 2008 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 61.000. Zuletzt flachte die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage ab. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich, die Zahl der Beschäftigten erhöht sich saisonbereinigt leicht.

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