Russland: "Problem fauler Kredite ist noch nicht gelöst"

Alexej Kudrin
Alexej Kudrin(c) AP (Lee Jin-man)
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Viele faule Kredite seien verlängert oder umgeschuldet worden, warnt der russische Finanzminister Kudrin. "Dass kurzfristige Kredite durch langfristige Anleihen ersetzt werden", trage nicht zur Lösung des Problems bei.

Der russische Finanzminister Alexej Kudrin sieht die Bankenkrise noch immer nicht überwunden: "Das Problem der sogenannten faulen Kredite ist noch nicht gelöst, der größte Teil davon ist in Russland und anderen Ländern noch abzuschreiben. Darüber müsste man sich klar werden." Viele derartige Kredite seien verlängert oder umgeschuldet worden, betonte er bei einer Veranstaltung zum Tag des Bankers am Mittwoch laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti.

"Die Krise ist nicht vorbei"

Russlands Bankensystem und die gesamte Wirtschaft hätten in dem zurückliegenden Jahr extrem schwere Zeiten durchmachen müssen. "Die Krise ist nicht vorbei, wenngleich ich manchmal sage, dass die Rezession zu Ende ist. Die Krise dauert an und die engste Stelle ist dabei das Bankensystem - in Russland und auch in anderen Ländern", mahnte Kudrin.

Er fordert, dass das Problem der faulen Kredite schnellstmöglich gelöst werde, auch wenn ihre Summe nicht weiter wachse. "Dass viele kurzfristige Kredite durch langfristige Anleihen ersetzt wurden, trägt nicht zur Lösung des Problems bei", so Kurdin.

Staatliche Überwacher dauerhaft

In den russischen Top-Ten-Banken, zu denen auch die Töchter von Raiffeisen International und der Bank Austria zählen, sitzen derzeit aufgrund der Krise bevollmächtigte Staatsvertreter, um die Bankengeschäfte direkt zu überwachen. Diese Maßnahme wurde aufgrund der Krise eingeführt und soll nun laut einem Gesetzesentwurf dauerhaft für die zehn größten Banken des Landes implementiert werden.

(APA)

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