Wie China die Meere beherrschen will

Dossier Mit ihrem wirtschaftspolitischen Aufstieg will die Volksrepublik ihren Einfluss auch auf den Ozeanen sichern - und rüstet dazu rasant auf.
von Wolfgang Greber, Marlies Kastenhofer und Lisa Kaiser

Es ist eine klare Botschaft: China und Russland, vereint in ihrer Abneigung amerikanischer Weltmacht vor den Toren der Nato. Zwei Tage lang probten chinesische und russische Kriegsschiffe Ende Juli in der Ostsee den Ernstfall. Es ist das erste gemeinsame Flottenmanöver der Atommächte am Baltikum. Von Chinas Südinsel Hainan aus über den Indischen Ozean, den Golf von Aden und das Mittelmeer machten sich der Zerstörer Changsha, die Fregatte Yuncheng und ein Flottenversorger auf die Fahrt, die zehn Schiffe der Baltischen Flotte zu unterstützen. Auf dem mehr als 19.000 Kilometer langen Weg hielt die chinesische Flottille auch im griechischen Piräus - seit 2016 ist er in chinesischer Hand.

Mehr als 600 Jahre nachdem Admiral Zheng He in einem kurzen Intermezzo in der Geschichte des Jahrtausende währenden Kaiserreichs – und weit vor den Europäern - mit 320 Schiffen und 28.000 Mann zum ersten Mal in See stach, richtet das Reich der Mitte seinen strategischen Blick einmal mehr auf die Ozeane. China will eine Rückkehr zu seiner früheren Größe realisieren. Nicht nur zu Land, sondern auch auf See. Und dazu gehört in den Worten von Staats- und Parteichef Xi Jinping eine "starke und moderne" Marine.

Noch sind die USA sicher weiter die stärkste und auch erfahrenste Militärmacht, gerade zur See. Doch die Volksrepublik holt in rasantem Tempo auf. Das zeigt nicht alleine die Präsentation des ersten Flugzeugträgers aus chinesischer Eigenentwicklung und die Einweihung der ersten Marinebasis im Ausland kurz vor dem 90. Jahrestag der Volksbefreiungsarmee am 1. August.

Was ist Pekings Motivation für den neuen maritimen Fokus? Wie will China seinen Aufstieg zu einer Maritimmacht bewerkstelligen? Wie hat sich die Flotte der Volksbefreiungsarmee entwickelt und wie ist sie derzeit aufgestellt? Lesen Sie mehr dazu in unserem Dossier.