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IOC-Präsident Bach: "Zurück zu den Wurzeln des Wintersports"

OLYMPICS - OEOC, photoshooting with Thomas Bach
OLYMPICS - OEOC, photoshooting with Thomas Bach(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Ort)
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IOC-Präsident Thomas Bach war auf Stippvisiste in Wien und räumte Innsbruck für mögliche Winterspiele 2026 gute Chancen ein. "Eine Bewerbung ohne neue Sportstätten ist eine Bewerbung, die in vollem Einklang mit der Olympischen Agenda 2020 steht."

IOC-Präsident Thomas Bach stattete Wien am Samstag im Rahmen der Beachvolleyball-WM einen Kurzbesuch ab, der IOC-Präsident stellte sich dabei einer kleinen Journalistenrunde und beantworteteFragen zu den Winterspielen 2018, der Agenda 2020, welche die Spiele revolutionieren unnd billiger maachen soll. Und, der Deutsche sieht Chancen für Innsbruck 2026.

Die wichtigsten Kernpunkte und Bachs Antworten:

über die Winterspiele in Pyeongchang: „Die Vorbereitungen in technischer Hinsicht laufen sehr gut. Die Test-Events waren allesamt vielsprechend und die Athletinnen und Athleten zufrieden. Das Olympische Dorf ist sehr ansprechend, alle Wohnungen sind bereits seit Monaten ausverkauft, das trägt entsprechend zu einem positiven Ergebnis bei. Es stehen also alle Ampeln auf Grün.“

die politische Entwicklung in der Region: „Wir beobachten die politische Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel sehr sorgfältig und sind diesbezüglich auch im Gespräch mit allen beteiligten Ländern und Regierungen. Und wir haben in diesem Zusammenhang auch das Nordkoreanische Olympische Komitee zur Teilnahme an den Winterspielen eingeladen.“

das neue Bewerbungsprozedere für Olympia: „Als Ausgangslage für die Weiterentwicklung des Bewerbungsverfahrens im Sinne der Olympischen Agenda 2020 war die Erkenntnis, dass wir jetzt drei Mal in Folge Olympische Winterspiele in völlig neuen Wintersport-Destinationen – Sotschi, Pyeongchang und Peking – hatten und haben. Wir sind der festen Überzeugung, dass es für 2026 an der Zeit ist, in eine traditionelle Wintersport-Destination zurückzukehren. Es ist wichtig, neue Märkte und Regionen zu erschließen, aber man muss auch seine Wurzeln pflegen. Das war einer der wesentlichen Gründe für die Änderung des Bewerbungsverfahrens.“

die Rolle des IOC bei einer Olympia-Bewerbung: „Wir bringen uns stärker ein, gehen pro-aktiv auf potenzielle Bewerber zu und bieten Know-how und Expertise vom IOC an, um gemeinsam eine gute und nachhaltige Bewerbung zu entwickeln. Das ist für potenzielle Bewerber mit erheblichen Kosteneinsparungen verbunden. Und mit dem neuen Olympic Games Managementplan, den wir im September in Lima präsentieren, der die Kostenreduzierung ausweitet – vom Bewerbungsverfahren bis zur Organisation – wollen wir zusätzlich neue Wege beschreiten.“

die mögliche Olympia-Bewerbung von Innsbruck/Tirol: „Wir haben das Verfahren für 2026 eben auch deswegen verändert, weil es an der Zeit ist, an die Wurzeln des Wintersports zurückzukehren. Hier bieten sich verschiedene Destinationen in Europa, darunter auch Innsbruck und Tirol, in Asien und in Amerika an.“

ein Konzept ohne neue Sportstätten: „Eine Bewerbung ohne neue Sportstätten zu bauen, ist eine Bewerbung, die in vollem Einklang mit der Olympischen Agenda 2020 steht. Die fordert genau das – und das wird vom IOC positiv bewertet. Das sieht man an der Doppel-Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028, da hat nämlich genau das eine Rolle gespielt. Paris und Los Angeles haben eine Rekordzahl an bestehenden Sportstätten angeboten. Das gab es in dieser Dimension vorher noch nicht. Das zeigt sehr deutlich, in welche Richtung sich das IOC bewegt und dass die Olympische Agenda 2020 nicht nur ein schönes Papier ist.“

ein Konzept mit mehreren Olympia-Dörfern: „Schon in der Vergangenheit waren Winterspiele immer dezentraler als Sommerspiele, da hatten wir immer sogenannte Sub-Villages. Das ist zum Teil schon aus leistungssportlichen Gesichtspunkten notwendig, weil zum Beispiel Ausdauersportler zumindest annähernd auf der Höhe leben müssen, auf denen ihre Wettkämpfe stattfinden.“

geringere Kapazitäten in Innsbruck: „Wir würden das in Kauf nehmen. Auch hier ist die Olympische Agenda 2020 sehr deutlich: die Planung der Olympischen Spiele muss im Einklang stehen mit der Planung der Austragungsorte. Wenn für ein Stadion in einer gewissen Größenordnung keine nachhaltige Nachnutzug möglich ist, werden wir das akzeptieren. Wichtig ist uns, dass ehrlich geplant wird und man nicht irgendwelche Nachnutzungen in den Raum stellt, die dann nicht eintreten.“

die geplante Volksbefragung: „Es liegt zunächst einmal am ÖOC und den beteiligten Gebietskörperschaften diese Bewerbung zu konzipieren und die Schwerpunkte zu setzen. Das ist keine Sache des IOC, das muss auf lokaler Ebene und nach den entsprechenden Gegebenheiten entschieden werden. Wenn man dann ein Referendum macht, muss man das Gesamtergebnis sehen. Dann muss eine Minderheit eine demokratische Entscheidung einer Mehrheit akzeptieren.“

die gestiegenen Sicherheitskosten für Olympia: „Wenn wir unseren Lebensstil und unsere Kultur an Sicherheitskosten orientieren, haben die Terroristen gewonnen. Das darf nicht passieren. Paris und Frankreich haben auf sehr eindrucksvolle Art und Weise auf den Terror reagiert, nämlich mit der Betonung des westlichen Stils und der westlichen Werte, auch in der Organisation von großen Sport- und Kultur-Events, wie zum Beispiel der Fußball-Europameisterschaft. Das muss die Antwort sein.“

eine mögliche Doppel-Vergabe für die Winterspiele 2026 und 2030: E Vergabe muss unter der Leitung des IOC erfolgen. Es ist nicht so, dass Österreich hier im ‚Driver Seat‘ sitzt. Es gibt den Beschluss der Doppel-Vergabe, der jetzt für 2024 und 2028 Anwendung findet. Für 2026 haben wir gerade das Bewerbungsverfahren reformiert und noch nicht einmal eröffnet. Es ist ein bisschen früh, hier über den Ausgang zu spekulieren.“

ÖOC-Präsident Karl Stoss über eine Innsbrucker-Bewerbung:  „Wir haben den Besuch zu einem Gedankenaustausch genützt, interessieren uns sehr, Olympische Winterspiele wieder in unser Land zu holen. 2026 wäre der nächstmögliche Termin, die Voraussetzungen sind aus unserer Sicht ideal - das Bewerbungsprozedere deutlich vereinfacht und verkürzt. Tirol ist ein Bundesland, das alle Sportstätten auf dem Silbertablett hat. Wenn wir in eine Bewerbung gehen, dann nur mit vorhandenen Sportstätten, maximal mit temporären Aufbauten für Slopestyle oder Tribünen, keine großen Investments. Wir haben ausreichend modernst ausgestattete Sportstätten in Tirol.“