Bahn: Neue ÖBB-Tochter soll 800 Jobs einsparen

(c) APA (Herbert Pfarrhofer)
  • Drucken

Die Zusammenlegung von Verschub und Traktion soll 40 Mio. Euro bringen. Zu Kündigungen dürfte es jedoch nicht kommen.

Wien (jaz). Neben einer Reihe von Personalentscheidungen (die „Presse“ berichtete) beschloss der Aufsichtsrat der ÖBB in seiner jüngsten Sitzung auch die erwartete Gründung der sogenannten Produktionsgesellschaft, in der die Traktion (Loks und Lokführer) und der Verschub (Verschiebeloks und deren Personal) gebündelt werden. Bisher wurden die Züge von der einen Tochter zusammengestellt und von der anderen zum Zielort gefahren. Dadurch entstanden laut ÖBB-Führung Doppelgleisigkeiten und Ineffizienzen. Die Zusammenlegung soll über die nächsten fünf Jahre Einsparungen in Höhe von 40Mio.Euro bringen.

Die Einsparungen werden möglich, weil die neue Tochter mit weniger Personal auskommen soll. „Eine Größenordnung von 800Mitarbeitern“ werde die neue Gesellschaft weniger brauchen, meinte ÖBB-Chef Peter Klugar am Mittwoch im ORF-Radio. Derzeit arbeiten bei Verschub und Traktion in Summe etwa 9600Personen. Zu Kündigungen dürfte es jedoch nicht kommen, da der überwiegende Großteil der Mitarbeiter unkündbare Beamte sind. Laut früheren Aussagen der ÖBB-Führung soll der Abbau im Rahmen der jährlichen Fluktuation von 2000 der in Summe 42.000Eisenbahner erfolgen.

Mittelfristig dürfte sich der Personalstand der ÖBB aber noch weiter vermindern. Wie berichtet, sprach ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker zuletzt von einem Zielwert von 37.000Mitarbeitern. In eine ähnliche Richtung ging auch das Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger, die die Bahn im Herbst komplett durchleuchtete. Laut der Berater gibt es allein in der neuen Produktionsgesellschaft ein Abbaupotenzial von rund 3400Mitarbeitern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2009)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.