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Bayreuth-Tipps: Vom Morgen bis zur Götterdämmerung

Nicht nur für in Franken gestrandete Nordlichter gibt es im Heimathafen Astrabier und Cupcakes.
Nicht nur für in Franken gestrandete Nordlichter gibt es im Heimathafen Astrabier und Cupcakes.Facebook (Heimathafen Bayreuth)
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Für die Größe der Stadt ist das Angebot enorm. Auch junge Kräfte kommen hier zur Wirkung.

Die Presse

1. Bayreuther Festspiele: Bescheiden war er nicht, der Herr Richard Wagner. Da ihm das Markgräfliche Opernhaus zu klein für seine „großen Werke“ erschien, ließ er sich auf dem Grünen Hügel ein eigenes Festspielhaus bauen. Der Größenwahn hat sich – wie der seines einstigen Gönners König Ludwig im fernen Oberbayern – gelohnt. Bayreuth mutiert dank Wagner-Kult für einen Monat im Jahr zur Weltstadt. Kaum hat der Onlinekartenverkauf begonnen, sind die Tickets weg. Im Juni gibt es noch einen Nachschlag, wenn die Festspiele nicht bezahlte Eintrittskarten erneut anbieten. Alles Weitere regelt der Schwarzmarkt, auf dem so manche Wagner-Jünger schon viel Geld verzockt haben. Auf der Eintrittskarte steht die Name des Käufers. Und manchmal verlangen die Kontrolleure zum Ticket den Ausweis. Dumm gelaufen. Führungen durch das Festspielhaus von September bis Ende April. bayreuther-festspiele.de


2. Richard-Wagner-Museum: Haus Wahnfried, einst Wohnhaus des Komponisten und seiner Familie, gibt Einblicke in den Alltag des Musikers. Das Haus seines Sohnes Siegfried nebenan zeigt die ideologischen Hintergründe seiner Werke und die enge Verbindung der Familie mit führenden Nazis. Die Ausstellung im Neubau dokumentiert die Geschichte der Festspiele. Seit dem 15 Millionen Euro teuren Umbau des Museums können die Besucher an einer Computerinstallation über Sensoren die Entstehung und musikalische Zusammensetzung einiger Wagner-Werke nachvollziehen, Richard-Wagner-Straße 48. wagnermuseum.de


3. Jean-Paul-Museum: Dem Dichter und Schriftsteller Jean Paul (eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, 1763–1825) hat die Stadt dank eines Stifters ein eigenes Museum gewidmet, Wahnfriedstraße 1. Ein Wanderweg verbindet die Schauplätze seines Lebens in Bayreuth und Umgebung. jeanpaul-oberfranken.de


4. Klaviermanufaktur Steingraeber: Seit 1852 residiert die 1820 gegründete Klaviermanufaktur in einem Stadtpalais an der Friedrichstraße, eine der wenigen komplett aus der Barockzeit erhaltenen Straßen Deutschlands. In sechster Generation bauen die Steingraebers Klaviere und Flügel in Handarbeit. Auf Führungen können die Besucher Klavierbauern über die Schulter schauen. Im originalerhaltenen Rokokosaal steht der Flügel von Franz Liszt. Firmenchef Udo Schmidt-Steingraeber organisiert viele Konzerte und engagiert sich für die Kultur in Bayreuth,  Friedrichstraße2/Steingraeberpassage 1. steingraeber.de


Barocke Bauten: Markgräfin Wilhelmine (1709–1758), Schwester des späteren Preußenkönigs Friedrich II., ließ Bayreuth im 18. Jahrhundert zur prunkvollen Barockresidenz umbauen. Unter ihrer Regie entstanden das Markgräfliche Opernhaus (heute Weltkulturerbe, wird bis 2018 komplett saniert), das Neue Schloss mit dem heutigen Stadtpark Hofgarten, der Felsengarten Sanspareil, Schloss und Park Fantaisie sowie die Eremitage. Barocke Pracht entfaltet der Park Eremitage mit Sonnentempel, Wasserspielen, Gartenanlagen, Ruinenschloss, künstlichen Grotten und weiteren Bauwerken. bayreuth-wilhelmine.de,
eremitage-bayreuth.de

 
5. Synagoge: Bayreuths Synagoge hat den Nazi-Terror und den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden, weil sie direkt an das Markgräfliche Opernhaus grenzt. Das 1760 geweihte barocke Gotteshaus zählt zu den ältesten noch genutzten Synagogen Europas. Die jüdische Gemeinde mit ihren inzwischen wieder 500 Mitgliedern hat das Bauwerk komplett saniert und eine neue Mikwe eingebaut, die mit eigenem Quellwasser aus 70 Metern Tiefe gespeist wird. 2009 fand man beim Umbau auf dem Dachboden zwischen den Balken eine Geniza, eine Sammlung alter heiliger Schriftrollen. ikgbayreuth.net


6. Deutsches Freimaurermuseum: Direkt am Hofgarten erzählt das Museum die Geschichte der Freimaurer anhand von annähernd 10.000 Ausstellungsstücken, Bildern, einem nachgebauten Logensaal, Filmen und Installationen. Im Hofgarten 1. freimaurermuseum.de


7. Iwalewa-Haus: Das Iwalewa- Haus der Uni Bayreuth bringt aktuelle afrikanische Kunst und Kultur in die oberfränkische Provinz. Der Name der Kult- und Kulturstätte samt Atelier für Gastkünstler bedeutet in der Yoruba-Sprache etwa „Charakter ist Schönheit“. Wölfelstraße 2. iwalewahaus.uni-bayreuth.de


8. Katakomben: Unter der berühmten Brauerei Maisel's geht es in die Katakomben der Stadt und in die Geschichte des Bieres. Vom Maurersepp aus München schauen nur noch die Füße aus der Wand. „Er wurde beim zu lange Brotzeitmachen von unseren schnellen Handwerkern eingemauert“, erklärt das Schild. Fränkischer Humor im arbeitsamen evangelischen Bayreuth über die katholischen Oberbayern. Fleißig waren sie tatsächlich: Da man da Erze vermutete, ließen die Landesherren im späten Mittelalter kilometerlange Stollen graben. Gefunden wurde nichts. In den folgenden Jahrhunderten hatten die Bayreuther Brauereien eine kühle Lagerstätte für ihr Bier und die Stadt heute eine Touristenattraktion mehr. Im Zweiten Weltkrieg hatten sie als Luftschutzbunker vielen das Leben gerettet. Auf einem der hölzernen Stützpfeiler hat einer von ihnen jeden Luftangriff und jeden Fliegeralarm mit Datum und Uhrzeit notiert.

9. Kraftraum: Für eine Stadt mit an die 75.000 Einwohner bietet Bayreuth viele Lokale. Ein gemütliches Innenstadt-Café-Restaurant ist der Kraftraum: Bei vegetarischer Küche, die viele regionale und Bioprodukte verwendet, treffen sich die Kreativen der Stadt. Sophienstraße 16. cafe-kraftraum.de


10. Tortenschmiede: Ausgefallene Torten, Kuchen und andere Kalorienbomben zum Biokaffee serviert Konditor Alexander Pleithner in seiner Tortenschmiede. Ludwigstraße 10. torten-schmiede.de


11. Transitions-Haus: Repair-Café, in dem Gäste alte Sachen reparieren. Mit Sprachencafé für Flüchtlinge und Einheimische, Volxküche, in der man zusammen kocht und isst, ein Ort für Vorträge und Diskussionen. Im Transitions-Haus der Bayreuther Transition-Town-Initiative, die Teil einer weltweiten Bewegung ist, treffen sich Menschen, die nachhaltiger leben wollen. Ludwigstraße 24. transition-bayreuth.de


12. Heimathafen: Nicht nur für in Franken gestrandete Nordlichter gibt es im Heimathafen Astrabier und andere Küstenware sowie Cupcakes, Kuchen und mehr. Kanzleistraße 2. heimathafen-bayreuth.de


13. Manns Bräu: Traditionelle fränkische Wirtschaft, in der sich Leute aus allen Schichten begegnen. Friedrichstraße 23.

 

14. Rosa Rosa: Traditionelle Kneipe, die allen Modetrends trotzt, für viele Bayreuther das zweite Wohnzimmer. Von-Römer-Straße 2.

 

15. Eule: In einem der ältesten Bayreuther Lokale war schon der Meister höchstpersönlich zu Gast: Richard Wagner. Später kamen und gingen die Stars und Sternchen der Festspiele, die Touristen und ganz normale Einheimische. Geblieben sind das urige Interieur und der Gewölbekeller. Kirchgasse 8. eule-bayreuth.de


16. Glashaus: Café, Kulturzentrum, Studentenklub, Party-, Feier- und Konzertlocation auf dem Uni-Campus, betrieben vom gemeinnützigen Verein Glashaus e. V. in der ehemaligen Mensa, Universitätsstraße 30. glashaus.org


17. Forum Phoinix: Der gleichnamige gemeinnützige Verein betreibt das alternative Kulturzentrum in einer ehemaligen Metzgerei. Kämmereigasse 9 1/2. forumphoinix.de


18. Kultur im Becher: Comedy, Kabarett, Konzerte, Lesungen und mehr veranstaltet Michael Kraus mit seinem Team im Becherbräu, Sankt-Nikolaus-Straße 25. kultur-im-becher.de


19. Schoko-Fabrik: In der Süßwarenfabrik aus den 1920er-Jahren am Rande des Stadtteils Sankt Georgen haben Ehrenamtliche eine komplette Indoorskatebahn selbst gebaut. Daneben Feste, Konzerte und mehr vor allem für Jugendliche. Gaußstraße 6. schoko-bayreuth.de


20. Studiobühne Bayreuther: „Kultur für alle“ bietet das freie Theater in einem ehemaligen Offizierscasino von 1907, an weiteren Spielorten und im Sommer gern auch draußen. Röntgenstraße 2. studiobuehne-bayreuth.de


Tourismusinfo: Bayreuth: Marketing und Tourismus, T: +49/(0)921/885-88, www.bayreuth-tourismus.d