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Wie das Fahrrad noch umweltfreundlicher wird

(c) andreas scheiblecker
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Top-Ten-greenstarter. Das hochspezialisierte Team um Umut Çakmak möchte mit der Anfang des Jahres gegründeten Firma Plastic Innovation die Fahrradproduktion aus Ostasien zurück nach Europa holen. Und zwar mit einem speziellen Spritzgussverfahren. Fahrradrahmen aus Kunststoff statt aus Edelstahl oder Aluminium könnten die Produktionskosten und die CO2-Emissionen um 50 Prozent senken und ermöglichen aufregende Fahrrad-Designs.

Fahrräder sind grüne Verkehrsmittel. Doch in ihnen steckt auch viel graue Energie. Der Weg vom Kohle-, Erz- oder Bauxitabbau bis zum fertigen Fahrradrahmen aus Stahl oder Aluminium hat viele Etappen – und fast jede von ihnen ist höchst umweltbelastend. Der Großteil aller 130 Millionen Fahrradrahmen jährlich wird in China, Bangladesch, Taiwan und Kambodscha produziert. Die europäischen Markenhersteller importieren ihre Rahmen. So fallen auch noch beim Transport hohe CO2-Emissionen an.

Revolution!

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Fahrradindustrie mit einem innovativen und nachhaltigen Herstellungsverfahren zu revolutionieren“, erklärt Vertriebsleiter und Brancheninsider José-Javier García Gutiérrez. „Mithilfe der Wasser- oder Gasinjektionstechnologie lassen sich im Spritzguss Hohlräume erzeugen, wie sie auch für Fahrradrahmen benötigt werden“, ergänzt Umut Çakmak, Geschäftsführer von Plastic Innovation und Assistent am Institute of Polymer Product Engineering der Johannes Kepler Universität Linz.

Was aber ist das Revolutionäre an der neuen Technologie? Ein Fahrradrahmen wird in weniger als einer Minute produziert. Die Technologie lässt außergewöhnliche Designs zu, die es bislang nur zu Entwürfen geschafft haben. Obendrein können die Rahmen auch gewichtsmäßig mit besonders leichten Aluminiumrahmen mithalten.

Langlebigkeit.

Die Rahmen sollen eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren erreichen – und werden demnächst intensiven Bewitterungstests ausgesetzt. Dabei geht es einerseits um die Haltbarkeit, andererseits aber auch um die Farbqualität. „Am Ende der Lebenszeit kann der Kunststoff wiederverwertet werden, und zwar sowohl in Form von Downcycling als auch in Form von Upcycling“, so Çakmak.

Trotz der großen Ziele möchte das Start-up klein anfangen, nämlich mit Lauf- und Kinderrädern. Erst in einem weiteren Schritt sollen Fahrräder für den Massenmarkt – vom Mountainbike bis zum Trekking- und Citybike – mit der neuen Technologie gefertigt werden. Plastic Innovation wird diese allerdings nicht selbst produzieren, sondern europäischen Herstellern Engineering-Leistungen und Lizenzen anbieten.

Überzeugungsarbeit.

„Im Zuge von greenstart sind bereits mehrere Investoren auf uns zugekommen“, freut sich Çakmak. „Doch zunächst möchten wir unsere potenziellen Kunden überzeugen, das Fahrrad mit uns komplett neu zu denken und anschließend gerne mit Investoren über die weitere Vorgehensweise sprechen. Unsere Dienstleistungen begleiten den Kunden im Sinne einer integralen Planung vom Design- bis zum Herstellungsprozess. Das Ziel lautet, ein nachhaltiges Produkt bestmöglich am Markt zu platzieren.“

Weitere Informationen:
greenstart
Plastic Innovation GmbH