Paris und Rom auf Kriegsfuß

Italiens Premier, Paolo Gentiloni (links), setzte große Hoffnung in Präsident Macron – und wurde bitter enttäuscht. [
Italiens Premier, Paolo Gentiloni (links), setzte große Hoffnung in Präsident Macron – und wurde bitter enttäuscht. [(c) APA/AFP/TIZIANA FABI
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Keine Hilfe in der Flüchtlingskrise, dann ein Affront in Libyen und die Nationalisierung einer Werft: Italien fühlt sich von Macron düpiert.

Italien hat in diesen – auch politisch – hitzigen Sommertagen einen neuen Nationalhelden: Er heißt Maurizio Landi und ist ein Koch aus Bologna. Landi hatte sein Glück in der französischen Beaujolais-Region versucht, ist aber an einem Kulturkampf gescheitert. Als nämlich ein Kunde seine puristisch al dente zubereiteten Spaghetti alla Carbonara zurückschickte („Roh!“), weigerte sich der Chef, den schandhaften Frevel zu begehen und die Pasta weich zu kochen. Damit nicht genug: Von Landi (einem Bolognesen!) wurden auch noch Spaghetti alla Bolognese verlangt. Nur: Ragù wird korrekterweise mit Tagliatelle serviert, wie der stolze Koch betonte. Als er freihatte, mischte man aber sein Sugo zu Spaghetti (!). Der tobende Landi wurde daraufhin gefeuert.

Dass die Empörung in Italiens sozialen Medien dermaßen heftig ausfiel und es der Koch sogar in Seite-eins-Glossen renommierter Zeitungen geschafft hat, hat einen Grund: Der Skandal des durchgekochten Spaghetto war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, zwischen den Nachbarn herrscht derzeit so dicke Luft wie seit Jahren nicht mehr.

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