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Regensburger Wirte verbieten Junggesellenabschiede

15 Wirte haben sich einer Initiative gegen Junggesellenabschiede angeschlossen.(c) imago/Daniel Schvarcz (imago stock&people)
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Die bayerische Stadt ist eine beliebte Kulisse für die voreheliche Feier. Doch Gastronomen sehen ein Verlustgeschäft: Sie verweigern den oft betrunkenen Gruppen den Zutritt.

Mit peinlichen Sprüchen am T-Shirt und einem mit Kondomen und Sexspielzeugen befüllten Bauchladen durch die Straßen torkelnd: So feiern viele Männer und Frauen in Deutschland und Österreich ihren "letzten Tag in Freiheit". Doch im bayrischen Regensburg haben Wirte nun genug von den oft lauten und betrunkenen Gruppen, die in Bars, Cafés und Wirtshäusern Gäste verprellen: Sie verweigern den Feiernden den Einlass.

Die mittelalterliche Stadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, ist ein beliebter Treffpunkt für Junggesellenabschiede. Sie zieht auch Anzutrauende aus dem Umkreis an. Im Internet finden Interessierte Tipps für Ausgeh- und Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt. Oft glühen die Gruppen schon auf der Bus- oder Zuganfahrt vor und kommen bereits völlig ausgelassen in Regensburg an.

Grund genug für einen Regensburger Bar-Besitzer eine Initiative gegen die unwillkommenen Gäste zu starten, der sich etwa 15 weitere Wirte angeschlossen haben. "Saufen im Laufen" nennen sie den Trend, bei dem der Braut oder Bräutigam in Interaktion mit Passanten verschiedenste Aufgaben erfüllen muss. "Über die Jahre hinweg ist aus einem letzten Aufbäumen vor der Ehe eine Olympiade der Peinlichkeiten, der Aggression und der Zerstörungswut geworden", schreibt Martin Stein auf seiner Facebook-Seite.

Plakatkampagne erfolglos

Er verzichte auch gerne auf den Umsatz durch die Feiernden: "Jeder Euro Umsatz scheint drei Euro zerstörtem Mobiliar zu entsprechen." Außerdem machten Anrainer die Wirte für den Lärm verantwortlich, die Unannehmlichkeiten fielen auf sie zurück, meint Stein. "Deshalb wollen wir keine mehr bei uns haben, weder in männlicher noch in weiblicher Form – wobei natürlich die Männer in der Regel für die übleren Auswüchse verantwortlich zeichnen."

Eine Plakatkampagne unter dem Motto "Lieber feiern mit Klasse als Saufen in der Gasse" war wenig erfolgreich. So findet sich nun auf den Türen der verärgerten Gastronomen ein roter Aufkleber, der den Gruppen den Eintritt verbietet.

Die Stadtverwaltung begrüße die Aktion, heißt es im Online-Magazin "bento". Regensburg könne "Gruppen nicht willkommen heißen, die schon volltrunken ankommen und dann grölend durch die Stadt ziehen, dabei Anwohner stören, öffentlich urinieren und Schäden durch Vandalismus hinterlassen." Von einem generellen Verbot sehen die Behörden aber ab - schließlich gibt es ja auch gesittete Junggesellenabschiede.

>>> Artikel auf "bento".

>>> Artikel in der "Welt".

(red.)