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Strache als Kämpfer gegen die „Raubritter-Regierung“

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache
FPÖ-Chef Heinz-Christian StracheAPA/GEORG HOCHMUTH
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FPÖ-Chef Strache tritt als Kämpfer gegen die „Raubritterregierung“ an. Die Kandidatur Martin Grafs verteidigt er, dieser sei „Teil der freiheitlichen Familie“.

Wien. Die Ausgangslage für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war schon einmal besser. Lange wiesen die Umfragen die Freiheitlichen als klare Nummer eins aus. Ganz ohne viel zu tun. Doch zuletzt drohten die Freiheitlichen im zum Kanzler-Duell stilisierten Kampf zwischen SPÖ-Chef Christian Kern und ÖVP-Chef Sebastian Kurz zusehends unterzugehen. Nun will man sich als Sperrspitze gegen die rot-schwarze Koalition, „die Raubritterregierung“, präsentieren.

„Nur mit einer Stimme für die FPÖ kann man sicherstellen, dass es zu keiner Fortsetzung der rot-schwarzen oder schwarz-roten Regierung kommt.“ In diesen und ähnlichen Worten gab Strache am Freitag mehrmals die Losung für den blauen Wahlkampf aus. SPÖ und ÖVP würden immer nur vor bevorstehenden Wahlen „entzückende“ Ansagen treffen und dabei häufig die FPÖ-Linie übernehmen. „Sie brauchen offenbar mehrjährige Lernphasen“, sagt Strache.

In den Wahlkampf will die FPÖ jetzt noch nicht ziehen. Der inoffizielle Auftakt der Freiheitlichen soll beim ORF-Sommergespräch mit Strache, am 21. August, stattfinden. Rund um diesen Zeitpunkt will man das lange versprochene Wirtschaftsprogramm vorlegen. Offiziell startet man am 16. September. Danach werde die FPÖ „scheibchenweise“ andere inhaltliche Punkte, wie das „Österreich zuerst“-Programm, vorstellen.

 

„Plan M wie Machterhalt“

Das SPÖ-Wahlprogramm wurde von Strache als „uninspiriertes Abfallprodukt“ des Plans A kritisiert. Es sei voller „Marketingluftblasen, Überschriften und Gemeinplätze“. Der Plan A habe sich den Namen gar nicht verdient. Viel eher müsse dieser Plan M heißen. „Plan M wie Machterhalt“, so Strache.

Den SPÖ-Slogan „Ich hol mir, was mir zusteht“, kritisierte Strache ebenso scharf: „Dass sich Kern nicht geniert. Ich hole mir, was mir zusteht? Was steht ihm zu? Er hat sich noch keiner demokratischen Wahl gestellt.“ Auch für die ÖVP, der Strache die Wirtschaftskompetenz absprach, hagelte es Kritik. Es habe in den vergangenen Jahren viele schwarze „Superstars“, wie es Strache formuliert, gegeben. Es handle sich auch jetzt „um einen künstlichen Hype“.

Für übertrieben hält Strache die Aufregung um die neuerliche Kandidatur des umstrittenen ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ). Dieser sei „Teil der freiheitlichen Familie“ und „ein unbescholtener Staatsbürger, dem unglaublich schmutzige Vorwürfe gemacht wurden“. Die Staatsanwaltschaft hat alle Ermittlungen gegen Graf eingestellt.

Eine „Schmutzkübelkampagne“ sieht Strache auch bei dem zurückgetretenen FPÖ-Mandatar Johannes Hübner, der mit antisemitischen Zwischentönen auffiel. Hübner sei „höchst respektabel“ und habe sich „nicht wegen antisemitischer Codes verabschiedet“, sondern wegen der Kampagne gegen ihn. Strache selbst hätte „solche Aussagen nicht getätigt“. Sie seien „offenbar missverständlich“.

 

Neos starten Sommer-Tour

Nicht nur die FPÖ lud gestern zu einem Medientermin: Die Neos starteten ihre Sommertour. Parteichef Matthias Strolz will auf „Tuchfühlung mit den Bürgern“ gehen. Inhalte sollen an die Bürger gebracht und dort auch gesammelt werden. (j. n.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2017)