Islamstudie: Vorwürfe gegen Stadt Wien

Ednan Aslan
Ednan Aslan(c) Clemens Fabry

Autor Aslan wirft der Stadt Wien Manipulation vor.

Wien. Der Religionspädagoge Ednan Aslan erhebt im Zusammenhang mit seiner Studie über Islam-Kindergärten schwere Vorwürfe gegen die Stadt Wien. Laut Aslan würden Beamte der für Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung eine ehemalige Mitarbeiterin Aslans unter Druck setzen. Aslan stellt zudem den Vorwurf der Manipulation von Aktenvermerken in den Raum. Die Stadt weist die Beschuldigungen zurück.

„Der betreffenden ehemaligen Mitarbeiterin, die mittlerweile als Kindergartenbetreiberin in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Stadt Wien steht, wurde vor wenigen Tagen – 20 Monate nach den angeblichen Vorgängen – ein als Aktenvermerk bezeichnetes Schriftstück mit dem Ersuchen um inhaltliche Bestätigung dessen vorgelegt“, erklärte Aslan. Er glaubt, die Stadt Wien führe eine „Rufmordkampagne“ gegen seine wissenschaftliche Integrität. Anlass: Derzeit wird seine Kindergartenstudie von der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität geprüft.

In dem Schriftstück der MA11 soll die Ex-Mitarbeiterin Aslans bestätigen, dass für die Studie niemals 30 Kindergärten geprüft wurden, sondern nur drei, und dass sich die Ergebnisse der Interviews nicht mit den Aussagen und Schriften Aslans decken würden.

Bei der MA11 weist man die Vorwürfe Aslans zurück. Seine Mitarbeiterin habe sich im Dezember 2015 gemeldet. Nun habe man bei der Frau gefragt, ob der Aktenvermerk der Untersuchungskommission gegeben werden dürfe. Die Ex-Mitarbeiterin bestätigt die Echtheit des Schriftstücks nicht. Sie wolle mit der Sache nichts zu tun haben, ließ sie ausrichten. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2017)