Die ersten Bergsteigerinnen wollten nicht Sport machen oder Rekorde brechen, sondern suchten Fluchtwege aus den starren Rollenbildern des traditionellen bürgerlichen Frauenlebens.
In einem war man sich früher einig: Das Besteigen der Berge, so es denn sein musste, war reine Männersache, kletternde Frauen wurden als „Zottelhexen“ und „Bergweiber“ verspottet. Nur in einer Sänfte, getragen von starken Männerarmen, durfte eine Dame die unwegsamen Anhöhen emporgetragen werden. Mehr war der weiblichen Physis nicht zuzumuten. Dabei gab es auf den Alpenhöhen immer schon Frauen, als Bergbäuerinnen und Sennerinnen spielten sie eine wichtige Rolle.
Es war höchste Zeit, den Lebensgeschichten und Lebensentwürfen bergsteigender Frauen nachzuspüren. Das Frauenmuseum Meran, das jedes Jahr sehenswerte Ausstellungen zu Frauenthemen präsentiert, zeigt 2017 Aspekte der Frauenalpingeschichte: Welchen Vorurteilen und Anfeindungen waren bergsteigende Frauen ausgesetzt, was hat Frauen in früheren Jahrhunderten überhaupt bewogen, die Mühsal des Kletterns auf sich zu nehmen?