Rekrut starb nach Marsch an Hitze

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SymbolbildAPA/GEORG HOCHMUTH

Der Tod eines 19-jährigen Rekruten ist auf Überhitzung des Körpers zurückzuführen, der zu einem Herzstillstand geführt hat. Das Bundesheer werde alles unternehmen, die Ursachen für seinen Tod aufzuklären, so Verteidigungsminister Doskozil.

Horn. Erst seit Dienstag steht fest, woran in der Vorwoche ein 19-jähriger Grundwehrdiener bei der Ausbildung in Horn gestorben ist. War zunächst von einer möglichen bakteriellen Infektion die Rede – andere Soldaten erhielten danach vorbeugend Antibiotika –, hieß es gestern: Der Tod eines Rekruten der Garde in Horn sei laut Obduktionsbericht „auf Überhitzung des Körpers und Herzstillstand zurückzuführen“. Der Rekrut hatte zusammen mit anderen einen Fußmarsch absolvieren müssen und war zusammengebrochen. An dem Tag hatte es laut ORF 36 Grad.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil gab als Reaktion auf das Untersuchungsergebnis am Dienstagabend bekannt, dass eine Untersuchungskommission eingesetzt wird. Die Leitung wird Hans Rathgeb, Präsident des Landesgerichtes Salzburg und Milizexperte des Generalstabschefs übernehmen. Das Bundesheer werde alles unternehmen, die Ursachen für den Tod des Soldaten „lückenlos und transparent aufzuklären“, so Doskozil. Diese Untersuchungen erfolgen zusätzlich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Ausbildung: Schwachstellen gesucht

Vorverurteilungen seien allerdings nicht angebracht, meint der Minister. Zuerst müsse man alles untersuchen und auf den Tisch legen, aus diesen Ergebnissen heraus könne man dann weitere Ableitungen treffen. Auch bei der Ausbildung der Soldaten werden als Reaktion auf den Tod des jungen Grundwehrdieners eventuelle Schwachstellen evaluiert. So soll eine Sonderkommission unter Leitung des ehemaligen Kommandanten des Streitkräfteführungskommandos des Bundesheeres, Generalleutnant Günter Höfler, sämtliche relevanten Ausbildungsvorschriften auf Defizite abklopfen und eruieren, wo es Verbesserungsbedarf gibt.

Zu dem tödlichen Vorfall am Donnerstag war es, so lauteten erste Berichte, nach rund einer Stunde Marschzeit während einer Pause gekommen. Der 19-Jährige hatte über Schwindel geklagt, trotz Rettungsmaßnahmen starb er im Spital. Zuvor habe es keine Anzeichen für medizinische Probleme gegeben, hieß es seitens des Verteidigungsministeriums.

Generalleutnant Franz Reißner, Kommandant der Landstreitkräfte, erklärte gestern, dass es nach etwa drei von 15 geplanten Kilometern „in moderater Marschgeschwindigkeit  zu dem Vorfall“ gekommen sei.  Oberstes Bekleidungsteil bei dem Marsch sei wegen der Hitze das Unterleibchen gewesen. Dass das Gepäck 30 Kilo schwer gewesen sei, bezeichnete er als „nicht realistisch“. Er sehe keine Indizien, dass Fehlhandlungen bei der Versorgung des 19-Jährigen gesetzt wurden. Es sei die bestmögliche Versorgung unverzüglich eingeleitet worden, es habe keine Verzögerungen gegeben.

Im Verteidigungsministerium wies man auch darauf hin, dass ein behandelnder Arzt im Landesklinikum Horn den Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung geäußert habe.