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Husslein: "Der Bildhauer per se"

Belvedere-Direktorin Agnes Husslein:
(c) APA (Roland Schlager)
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Das Belvedere plant eine Hrdlicka-Ausstellung für den Sommer. "Jetzt fehlt ein Steinchen in der Krone", sagt Hrdlickas Stammwirt Hawelka. "Man kann nur trauern", sagt Bildhauer-Kollege Karl Prantl.

"Der Bildhauer per se" war der am Samstag, verstorbene Alfred Hrdlicka für die Direktorin des Belvedere, Agnes Husslein-Arco. "Er hat mit extremer Konsequenz und Stringenz ein großartiges Werk geschaffen", sagte Husslein am Sonntag. "Immer mit dem Meißel vor diesen wunderbaren Steinen - er war ein Vollblutkünstler und ein Vollblutmensch, er hat das Leben geliebt."

Für das Belvedere sei Hrdlicka immer "ganz wichtig" gewesen, daher habe man sich auch sehr über die Dauerleihgabe der großen Skulptur "Adam und Eva" von der BAWAG gefreut. "Und er hat sich auch sehr gefreut, dass das zu uns kommt", sagte Husslein. Daraus hätten sich gemeinsam mit Hrdlicka auch Pläne für eine Ausstellung rund um die Leihgabe, sowie mit seinen Arbeiten aus der Sammlung des Belvedere ergeben, die im kommenden Sommer stattfinden wird.

Noever: "Kämpfer für Humanität"

"Mit ihm verliert Österreich einen streitbaren Kämpfer für Humanität, einen engagierten Kriegsgegner und Antifaschisten, aber auch vor allem einen Bildhauer par excellence", würdigte MAK-Direktor Peter Noever den Verstorbenen. "In ihrem unbändig-expressiven Ringen mit dem Material verkörperte seine unzeitgemäße Persönlichkeit das urgewaltig Bildhauerische. So wurde Alfred Hrdlicka zum Monument seiner selbst."

"Man kann nur trauern, das ist meine Stimmung jetzt", reagierte der Bildhauer Karl Prantl auf die Todesnachricht seines "guten Kollegen". "Er ist halt Realist geblieben und ich bin in die Abstraktion - da sind unsere Meinungen ein bisserl auseinandergegangen. Aber er war ein großer, großer Bildhauer", so Prantl. "Gute Wünsche an die, die ihm Nahe gestanden sind".

Trauer im Hawelka

Trauer herrscht heute auch in Hrdlickas Stammlokal, dem Cafe Hawelka, gleich gegenüber seiner Galerie Hilger. "Schon als er noch jung war, ist er oft dagewesen und später hatte er dann immer einen Stammtisch", erzählte Günther Hawelka. "In der Früh gab es die 'Süddeutsche' und die 'Frankfurter' und die 'Zürcher' und einen 'Gewaltigen' - das ist ein sehr starker Kaffee." Zu Lebzeiten der Mutter Josefine Hawelka kaufte das Cafe auch einige Bilder Hrdlickas, "er hat ja immer dazu gehört". Vermissen wird man ihn: "Ich denke schon, dass jetzt ein Steinchen in der Krone fehlt."

(APA)