An ihren Bildern sollt ihr sie erkennen . . .

Ein Haustier kann bei öffentlichkeitswirksamer Selbstdarstellung nicht schaden. Politiker herzen und kraulen daher gern ihre Vierbeiner vor der Kamera. Auch das politische Naturtalent Winston Churchill.
Ein Haustier kann bei öffentlichkeitswirksamer Selbstdarstellung nicht schaden. Politiker herzen und kraulen daher gern ihre Vierbeiner vor der Kamera. Auch das politische Naturtalent Winston Churchill.(c) Mark Kauffman/„Life“
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Politik ohne Bilder funktioniert nicht. Doch was bekommen wir auf der öffentlichen Bühne eigentlich zu sehen?

Wien. Fotografen können ganz schön rachsüchtig sein. Nehmen wir als Beispiel Pete Souza, der acht Jahre lang Präsident Barack Obama auf Schritt und Tritt begleitet und in einzigartigen Fotos die Geschichte dieser Präsidentschaft festgehalten hat. Für Millionen Bürger der USA bestand sie nicht aus den Taten Obamas, sondern aus diesen Bildern. Souza könnte sich heute mit seinen 62 Jahren bequem zurücklehnen, unter Donald Trump hat er seinen Job als Chief White House Photographer verloren. Doch Souza widmet sich hingebungsvoll seinem Instagram-Account – und inszeniert eine subtile Art von Revanche.

Immer wenn Donald Trump, der Elefant im diplomatischen Porzellankasten, besonders tollpatschig bei einem Gipfeltreffen oder Staatsbesuch herumsteht, sucht Souza aus seinem Archiv Obama in fast identischen Situationen, bei Merkel, im Vatikan, mit Muslimen, heraus und liefert eine Art visuelle Gegendarstellung. Für diese Art von subtiler Kritik benötigt man gar keine Worte.

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