Lehman-Pleite: Die Finanzwelt vor dem Abgrund

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REUTERS PICTURES OF THE DECADE.(c) REUTERS (Jonathan Ernst)
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September 2008. Die größte Unternehmenspleite, jene der US-Bank Lehman, droht, das weltweite Finanzsystem zum Kollaps zu bringen.

Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers am 15. September 2008 war die größte Pleite eines Unternehmens, das die Welt je gesehen hat - zehnmal größer als die des US-Energieriesen Enron im Jahr 2001.Ein erstes Vorbeben erschütterte am 16. März 2008 die New Yorker Wall Street. Die fünftgrößte US-Investmentbank Bear Stearns musste vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Die Folge war eine sogenannte Todesspirale:

Kreditgeber drohten damit Kreditlinien abzudrehen, an der Börse brach die Panik aus und erstmals war die Rede davon, dass Lehman Brothers das nächste Opfer sein könnte.

Bei Lehman Brothers wollte man davon nichts wissen. Als im Sommer 2007 der US-Hypothekenmarkt einbrach und erstmals von einer Kreditklemme die Rede war, protzte man bei Lehman weiter damit, bestens gerüstet zu sein.

Lehman war bei der Verbriefung von "Credit Default Swaps" (CDS), also Versicherungen gegen Kreditausfälle führend. Kreditrisiken wurden in Form von "Collateralized Debt Obligations" (CDO's) verbrieft und zu Wertpapieren gemacht. Sie wurden an Großkunden verkauft und galten als risikolos. So verteilte Lehman seine Risiken in alle Welt. Als die Immobilienkrise ihre volle Wirkung entfaltete, wurden die Versicherungen schlagend.

Lehman begann damit Risikopapiere, vor allem Immobilienpapiere zu verkaufen, um an Geld zu kommen. So wurde aus Buchverlusten ein Verlust an Geld. Das war es auch, woran die Bank letztlich zugrunde gehen sollte: an mangelnder Liquidität.

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