Seine Exfreundin fordert 13 Millionen Dollar: Die nächste Klage für den schwer verschuldeten Oscar-Preisträger Nicolas Cage.
Ab und zu gibt es für den finanziell schwer angeschlagenen Nicolas Cage auch gute Nachrichten: Seit wenigen Tagen darf sich der Schauspieler „Global Citizen of the Year“ („Weltbürger des Jahres“) nennen, ein Titel, der ihm von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon für seine humanitäre Arbeit überreicht wurde.
Unter anderem hat der Oscar-Preisträger (45) seine Bekanntheit genützt, um sich gegen den internationalen Waffenhandel zu engagieren und hat einst zwei Millionen Dollar für einen Fonds für frühere Kindersoldaten gestiftet. Die Freude über die Auszeichnung – er ist nunmehr auch „UN-Botschafter guten Willens“ – wurde aber sogleich von weiteren Bad News für Mr. Cage abgelöst: Seine Exfreundin Christina Fulton, Mutter seines ältesten Sohnes Weston Coppola Cage (18), hat beim Los Angeles County Superior Court Klage gegen Cage eingebracht: Sie wirft ihm Betrug und Vertragsbruch vor – und fordert 13 Millionen Dollar Entschädigung.
Eine Summe, die Cage im Fall einer Verurteilung wohl nur schwer aufbringen kann: Der Schauspieler hat, auch als Folge seiner Leidenschaft für Luxusimmobilien, teure Autos und wertvolle Kunstwerke, einen enormen Schuldenberg angehäuft. Allein bei den US-Steuerbehörden ist er mit sechs Millionen Dollar säumig.
Auch Christina Fulton, mit der Cage Ende der Achtziger einige Jahre liiert war, hat Steuer- und Kreditkartenschulden in Millionenhöhe und steht eigenen Angaben zufolge mittellos da. Schuld daran seien, so behauptet die 42-Jährige in ihrer Klagsschrift, Cage und sein damaliger Manager, die sie nach der Geburt des Sohnes im Jahr 1990 in die Mutterrolle gedrängt hätten. So habe sie ihre eigene Karriere als Schauspielerin nicht verfolgen können. Die – dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt – aber überhaupt erst dank ihrer Liaison mit Cage anlief und Ende der Neunzigerjahre nach einem Dutzend überwiegend erfolgloser Filme wieder endete.
Ein weiterer Klagsgrund: Fulton und ihr Sohn mussten im September auf Cages Drängen hin aus ihrem Haus in Los Angeles ausziehen (das er wegen seiner finanziellen Probleme verkaufen musste) – dabei sei sie davon ausgegangen, behauptet Fulton, dass Cage ihr das Haus geschenkt habe.
Die Vorwürfe seien „absurd“, sagt Cages Anwalt Martin Singer, die Klage sei „ohne Basis“. Sie ist jedenfalls nicht die einzige: Auch sein langjähriger Finanzberater Samuel J. Levin verklagt seinen prominenten Exklienten Cage, der ihm noch 128.000 Dollar für Beraterdienste schulden soll. Levin reagiert damit auf eine 20-Millionen-Dollar-Klage von Cage, die vermutlich ab Februar 2010 vor Gericht ausgetragen wird. Cage gibt seinem Exberater nämlich die Schuld an seinen Fehlspekulationen, weil dieser ihn falsch beraten habe und sich dabei die eigenen Taschen „mit einigen Millionen Dollar Gebühren gefüllt“ habe, wie sein Anwalt sagt. Stimmt nicht, sagt Levin, er habe Cage vielmehr schon 2001 gewarnt, dass er mindestens 30 Millionen Dollar im Jahr verdienen müsse, um sich seinen aufwendigen Lebensstil leisten zu können. Das ist Cage auch zeitweise gelungen: Noch im Vorjahr hat er laut der berühmten „Forbes“-Liste 38 Millionen Dollar an Gagen verdient und rangierte so unter den Top-Ten-Verdienern Hollywoods.
Offenbar hat das Geld aber nicht gereicht, um seine kostspieligen Leidenschaften zu finanzieren: Einige seiner Immobilien – darunter auch Schloss Neidstein in Bayern – musste Cage heuer, teils mit erheblichen Verlusten, wieder verkaufen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2009)