Vor zwei Generationen war die Ausflugsfahrt auf einen Gebirgspass, die Bewältigung der Serpentinen einer „Traumstraße“, für die Österreicher ein identitäts-stiftendes Erlebnis. Ein kleiner Ausflug in die heitere Erlebniswelt des frühen Automobilverkehrs.
Ein guter Tipp gleich zu Beginn: „Fährt man auf eine Hochgebirgsstraße, empfiehlt es sich, mit dem Auto auf Du zu sein. Wenn Sie nicht über den Berg kommen, dann liegt es nicht am Auto, sondern an Ihnen“, schrieb der heute vergessene Alexander Spoerl 1964. Hat man die Tour aber geschafft, die Passstraße gemeistert, kann man zu Hause davon erzählen und sogar eine „Abziehplakette auf der Windschutzscheibe“ als Trophäe hinunterbringen. Aber ach, die meisten Zeitgenossen beherrschen die Technik des Bergauffahrens zu wenig: „Bergauffahren ist nicht eine Sache des Schalthebels, sondern des Gaspedals. ... Bergab geht es leichter. Es kommt nur darauf an, wie man unten ankommt. Ob mit Wagen oder ohne, oder mit rauchenden Bremsen.“
Nimmt man ein Fotoalbum einer typischen österreichischen Familie aus den 1950er-Jahren zur Hand, findet man, da sind wir uns ganz sicher, Familienfotos und Ansichtskarten von Berg- und Passstraßen. Das „Ich war hier“-Foto hielt Einzug, war ein Fixpunkt der Dia-Serien oder der sorgfältig beschrifteten Alben, das Auto stets mal im Vorder-, mal im Hintergrund.