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Digitalisierung an Schulen: Ein Schlag ins Wasser?

Digitalisierung hat in Österreichs Schulen noch nicht wirklich stattgefunden.
APA/dpa/Carmen Jaspersen
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Seit 15 Jahren lernen die Oberschüler im US-Bundesstaat Maine mit Laptops. In Tests zeigt die Maßnahme aber keine positiven Veränderungen.

Seit 15 Jahren arbeiten Schüler im US-Bundesstaat Maine mit Laptops. Ausgestattet werden sie damit von der Maine Learning Technology Initiative. Zwölf Millionen US-Dollar werden jährlich in das Projekt investiert. Nun werden Zweifel laut, ob die Initiative überhaupt den gewünschten Erfolg bringt, oder wie Gouverneur Paul LePage behauptet, ein massiver Schlag ins Wasser sei.

Für den Gouverneur fehlt es an signifikanten Verbesserungen bei den Prüfungen im Bundesstaaten-Vergleich. Genau diese standardisierten Prüfungen machten aber eine Gegenüberstellung unmöglich, ist sich Amy Johnson, Forscherin zur Schulpolitik in Maine, sicher. Der Effekt lasse sich durch die herkömmlichen Tests nicht feststellen. Außerdem sei die Fortbildung der Lehrer in den letzten Jahren massiv vernachlässigt worden. Weiters sei eine Kluft festzustellen zwischen Schulen mit mehr Mitteln gegenüber Schulen am Land, die weniger Geld zur Verfügung haben. 

Von der digitalen zur analogen Recherche

Doch wie sieht es in der Praxis aus? Hier gibt es unterschiedliche Meinungen über den Effekt der Laptops. Einige Lehrer haben festgestellt, dass viele Aufsätze mit Absätzen aus dem Internet angereichert sind. Auch deswegen hat Politik-Lehrer James Welsch sich dazu entschlossen, dass die Aufsätze handschriftlich abgegeben werden müssen. Dadurch sei der Schreibstil automatisch wieder flüssiger und bestehe aus weniger kopierten Elementen.

Doch das neue, alte System findet nicht bei allen Schülern Anklang. Die analoge Recherche wird nur widerwillig angenommen: "Ich mag in keine Zeitungen schauen. Ich weiß nicht einmal, wo ich die bekommen könnte."

Doch nicht nur Nachteile

Die Schüler berichten von positiven Erfahrungen. Die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern hätte sich nachhaltig verbessert. Die Schüler seien deutlich motivierter beim Lernen. Beim Musikunterricht sei es auffällig leise. Kein Schüler malträtiere das Klavier, oder die Bongos. Alle starren auf ihren Laptop und kreieren eigene Kompositionen; mit Hilfe eines Computerprogramms.

"Jeder einzelne Student kann gemessen an seinem eigenen Tempo, seiner Qualifikationen komponieren. Das könnten wir definitiv ohne die Geräte in so einer kurzen Zeit nicht schaffen", erzählt Tracy Williamson von ihren Erfahrungen.

>>> Maine Public

 

(bagre)