Die historische Herausforderung durch mehr als 200.000 Flüchtlinge aus den Diskussionen der kommenden Wochen auszublenden, wäre Realitätsverweigerung.
Aus wahltaktischer Sicht liegen die SPÖ und ihr Kanzler Christian Kern richtig, wenn sie zum Thema Flüchtlinge und Migration den Ball flach halten. Einmal, weil da Sebastian Kurz unbestrittener Platzhirsch ist, dem der Kanzler in den letzten Monaten mehrfach nur nachhoppeln konnte. Zum anderen, weil laut Umfragen den Österreichern Themen wie Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und sichere Pensionen wichtiger sind. Wobei das Meinungsklima in der Zuwandererstadt Wien, also dem für die SPÖ wichtigsten Wählermarkt, wohl etwas anders gelagert sein dürfte.
Objektiv gesehen ist für die nähere Zukunft der Problemkreis Migration/Flüchtlinge/Integration aber eine der größten Aufgaben für das Land und seine Politik.