Statt der erwarteten 0,9 Prozent stieg das BIP nach Berechnungen des Wifo nur um 0,5 Prozent.
Österreichs Wirtschaft ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal weniger stark gewachsen als bisher angenommen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) geht in seiner jüngsten Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von einer BIP-Steigerung im dritten Quartal von 0,5 Prozent aus. Anfang November - in einer Schnellschätzung - waren es noch +0,9 Prozent. Auf Jahressicht ist die Wirtschaftsleistung um 2,9 Prozent zurückgegangen. Bisher ging das Wifo von einem Minus von nur 2,4 Prozent aus.
Diese Revision sei erforderlich gewesen, weil sich Bauwirtschaft und Sachgüterproduktion laut den jüngsten Daten weniger günstig entwickelt haben. Die Aufwärtstendenz der österreichischen Wirtschaft werde jedoch auch durch die nun vorliegende Gesamtrechnung bestätigt, erklärte das Wifo am Donnerstagnachmittag.
Der Hauptimpuls ging im dritten Quartal vom Export aus. Dieser legte gegenüber dem Vorquartal um 1,4 Prozent zu, nachdem er in den fünf Perioden zuvor geschrumpft war. Im Vorjahresvergleich ergibt sich für den Export noch eine reale Verringerung um 14,3 Prozent. Der gesamte Import wuchs im dritten Quartal real um 0,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich nahm der Import insgesamt real um 9,9 Prozent ab, der Warenimport um 11 Prozent.
Trotz der schlechten Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt wuchs der Konsum der privaten Haushalte wie in den zwei Quartalen zuvor weiterhin mäßig um 0,1 Prozent. Diese Entwicklung sei durch die geringe Inflation wie auch die Steuerreform gestützt worden, so das Wifo. Der öffentliche Konsum erhöhte sich zwar gegenüber der Vorperiode um 1,2 Prozent, jedoch waren dafür teilweise Sondereffekte maßgebend.
Im Gegensatz zur Schnellschätzung hat sich für das dritte Quartal nun eine neuerliche Abnahme der Investitionsnachfrage ergeben. Während sich die Bauinvestitionen bei +0,2 Prozent stabilisierten, wurden die Ausrüstungsinvestitionen um 1,8 Prozent eingeschränkt. Allerdings schwächt sich ihre Abwärtstendenz seit Anfang 2009 kontinuierlich ab.
In der heimischen Sachgüterproduktion zeigten sich mit +1,8 Prozent erstmals wieder Belebungstendenzen. Von der Zunahme des internationalen Handels profitierten auch die österreichischen Produzenten. Das Niveau der Wertschöpfung lag im dritten Quartal real noch um 10,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.
(APA)