Spekulationsblasen sind keine Erfindung der Gegenwart, irrationales Verhalten von Marktteilnehmern gab es auch in der Vergangenheit. Im Kino wird man derzeit an die Tulpenmanie der Holländer erinnert, die einst fast das ganze Land in den Ruin getrieben hat. Sie führte zur Mutter aller Blasen. Ein Prototyp für spätere Börsencrashs.
Ein Trottel und sein Geld – die bleiben nicht lang zusammen.“ Schön spöttisch ist der Titel, den der niederländische Künstler Claes Jansz 1614 für seinen Kupferstich wählte. Dargestellt sind hier: zwei Tulpen. Dabei war in diesem Jahr noch gar nicht so viel passiert, doch Jansz hatte einen Riecher für das, was da in der Luft lag. Was war in die calvinistisch spröden Niederländer gefahren, dass sie sich so unbedenklich einem ruinösen Wahn in die Arme stürzten?
Eigentlich war, nüchtern betrachtet, nicht viel anderes geschehen, als dass man in den Niederlanden Gefallen an einer neuen Blume fand, die daher von vielen gezüchtet und wegen der großen Nachfrage immer teurer wurde. 1562 waren zum ersten Mal einige Tulpenzwiebeln von Tuchhändlern aus Konstantinopel in den Hafen von Antwerpen gelangt. Oder mischten die Habsburger mit? Ein Gesandter am Hof des Osmanenherrschers Suleiman soll bereits 1554 eine Sendung Tulpenzwiebeln an den Wiener Hof geschickt haben. Gelangten sie von dort in den Rest Europas? Andere erzählten, der Botaniker Carlos Clusis aus dem niederländischen Leiden habe die Tulpe direkt aus der Türkei geholt.