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Klimagipfel: "Es ist wie auf einem großen Bazar"

Umweltminister Nikolaus Berlakovich
(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Klimagipfel in Kopenhagen. Umweltminister Berlakovich zieht eine Zwischenbilanz: "Es geht wenig weiter". Die Grünen werfen ihm vor, "die Position der fossilen Wirtschaft" zu vertreten.

"Es geht wenig weiter, alle wollen ihre Interessen einbringen. Es ist wie auf einem großen Bazar. Es muss noch mehr passieren." Die Zwischenbilanz des Kopenhagener Klimagipfels von Umweltminister Nikolaus Berlakovich fällt nicht besonders positiv aus. Dennoch bleibt er optimistisch, was eine Einigung auf verbindliche Klimaziele betrifft.

Berlakovich appellierte am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien nicht nur an die Industrieländer, dem Vorstoß der EU - minus 20 Prozent CO-Emissionen bis 2020, mit Option auf eine Erweiterung auf minus 30 Prozent - zu folgen, sondern forderte auch von den Schwellenländern mehr Engagement.

Klimaschutz erfordere "weltweite Solidarität", so Berlakovich. Was die Entwicklungsländer betrifft, so müsse die EU auch diesbezüglich ihren Beitrag leisten. "Die schaffen das alleine nicht", so der Umweltminister. Sieben Milliarden Euro wären dafür notwendig. Kritik übte der Umweltminister aber auch an manchen Entwicklungsländern, weil dort "mehr in Waffen investiert wird als in die Ernährung der Bevölkerung.

Position der fossilen Wirtschaft

Die Grünen warfen am Freitag dem Umweltminister vor, "in Kopenhagen die Position der fossilen Wirtschaft" zu vertreten, so Umweltsprecherin Christiane Brunner. In Österreich herrsche in Sachen Klimaschutz "seit Jahren völliger Stillstand", man fahre "mit einer blamablen Klimaschutzbilanz nach Kopenhagen". Nur in wenigen anderen industrialisierten Ländern sei der Treibhausgasausstoße so rasant angestiegen, nämlich um elf Prozent im Vergleich zu 1990. Berlakovich sei "eben ein Landwirtschafts- und kein Umweltminister", ergänzte Europaabgeordnete Eva Lichtenberger.

(APA/Red.)