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AUA-Chef: "Haben alle wettbewerbsrechtlichen Aspekte beachtet"

AUA-Chef Kay Kratky(c9 Clemens Fabry
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AUA-Chef Kay Kratky sieht kein Problem bei einer Übernahme von Teilen der Air Berlin durch die Lufthansa. Die Entscheidung soll lieber "früher als später" passieren. Die Ryan Air wird kein Angebot abgeben.

AUA-Chef Kay Kratky sieht keine Probleme mit dem Wettbewerbsrecht beim Angebot der AUA-Mutter Lufthansa für Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin inklusive Österreich-Tochter Niki. "Wir haben alle relevanten wettbewerbsrechtlichen Aspekte beachtet", sagte Kratky am Mittwoch am Rande des Forum Alpbach zur APA.

Für Kratky sollte die Entscheidung über die Zukunft von Air Berlin lieber "früher als später" passieren.

Im ersten Halbjahr 2017 sah der Passagier-Marktanteil am Wiener Flughafen folgend aus: Lufthansa-Tochter Austrian Airlines 46,8 Prozent und Eurowings & Germanwings 8,8 Prozent, Air Berlin 5 Prozent, Lufthansa 3,9 Prozent, easyJet Gruppe 3,6 Prozent und Niki 2,6 Prozent. Damit verfügte die Lufthansa Gruppe am Airport in Schwechat über einen Marktanteil von 62,5 Prozent und Air Berlin sowie Niki über 7,6 Prozent.

Für die insolvente Air Berlin können Kaufinteressenten nach Unternehmensangaben noch bis zum 15. September Angebote abgeben. Air Berlin will den Investorenprozess zügig abschließen, hieß es am Dienstag.

Ryanair wird kein Angebot abgeben

Nicht zum Kreis der Interessenten wird der irische Billigflieger Ryanair gehören. Die Airline will kein Angebot für die insolvente Niki-Mutter Air Berlin abgeben. Denn das Verfahren sei ein "abgekartetes Spiel", sagte Konzernchef Michael O'Leary am Mittwoch in Berlin. Er habe keinen Kontakt zu Air Berlin, dem Sachwalter oder der deutschen Regierung.

O'Leary wiederholte seine Vorwürfe, dass die Lufthansa bevorzugt werde und das durch ein "offensichtliches Komplott" von Regierung, Lufthansa und Air Berlin gegen die Wettbewerbsregeln in Deutschland und der EU verstoßen werde. Wäre es ein transparentes Verfahren, würde Ryanair ein Angebot abgeben. "Wir mischen uns nicht in dieses Verfahren ein, weil es ein abgekartetes Spiel ist."

Ryanair habe am Mittwoch das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbsbehörde aufgefordert, diese "künstlich erzeugte Insolvenz" zu untersuchen. Der Zeitpunkt der Insolvenz von Air Berlin Mitte August sei gewählt worden, um vor der Bundestagswahl Druck auf die Politik auszuüben.

Condor prüft offenbar Komplettübernahme

Indes prüft die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor nach einem deutschen Medienbericht offenbar eine Komplettübernahme der insolventen Air Berlin. Wie die "B.Z." (Mittwoch, Onlineausgabe) schreibt, gab es vorige Woche erste Gespräche zwischen Air-Berlin-Managern, dem Insolvenzverwalter, Condor-Chef Ralf Teckentrup und dem Airline-Verantwortlichen des Mutterkonzerns Thomas Cook, Christoph Debus.

Demnach sei Condor nicht nur an der Übernahme von Jets und Crews interessiert, schreibt die Zeitung unter Hinweis auf mehrere an den Kaufverhandlungen beteiligte Personen. Es werde auch geprüft, ob Air Berlin als Ganzes gekauft werden könne. Dazu sehe sich der Konzern derzeit die Bücher der Berliner Fluggesellschaft in einem speziellen Datenraum an. "Das Interesse von Thomas Cook wird bei Air Berlin sehr ernst genommen", wird ein Insider zitiert. Thomas Cook selbst wollte sich nicht äußern.

Mit einer Komplettübernahme durch Thomas Cook gäbe es, anders als bei einem Kauf durch Lufthansa, keine kartellrechtlichen Hürden, so die Zeitung weiter. Und auch bei den Air-Berlin-Beschäftigten könnte eine Übernahme durch Condor auf mehr Gegenliebe stoßen als ein weitgehender Verkauf an die Lufthansa, mit der die Berliner Airline jahrzehntelang ein heftiges Konkurrenzverhältnis pflegte.

 

 

(APA)