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Außenpolitik

Erdoğans neue Gegenspielerin vom rechten Rand

Türkische Ex-Innenministerin Meral Akşener.
Türkische Ex-Innenministerin Meral Akşener.(c) APA/AFP/ADEM ALTAN
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Ex-Innenministerin Meral Akşener will den türkischen Präsidenten angreifen. Sie steht vor allem für eines: Härte.

Istanbul. In den Umfragen kommt sie aus dem Stand auf Werte von mehr als 20 Prozent, obwohl ihre „Demokratische Zentrumspartei“ (MDP) noch nicht einmal gegründet ist: Die ehemalige türkische Innenministerin Meral Akşener könnte zu einer gefährlichen Rivalin von Präsident Recep Tayyip Erdoğan werden. Doch für mehr Demokratie steht die 61-jährige nicht unbedingt, wie ein Blick auf ihre politische Vergangenheit zeigt.
Akşener will im Oktober eine eigene Partei gründen, weil sie nach einem gescheiterten Aufstand gegen den Chef der rechtsnationalistischen MHP, Devlet Bahçeli, aus dessen Partei ausgeschlossen wurde. Die neue Organisation soll rechtsnationalen Dissidenten und enttäuschten AKP-Wählern eine neue Heimat bieten. Erdoğan braucht die breite Unterstützung der AKP und der MHP, wenn er die Präsidentenwahl in zwei Jahren gewinnen will – mit einer neuen starken Rechtspartei unter Akşener wäre dieses Ziel für ihn ernsthaft in Gefahr. Akşener will bei der Wahl 2019 persönlich gegen Erdoğan kandidieren.

Als frühere Ministerin und Vizepräsidentin des Parlaments gehört Akşener zu den prominentesten Politikern des Landes. Im Wahlkampf vor dem umstrittenen Verfassungsreferendum im April warf sie Erdoğan vor, Spannungen mit EU-Ländern zu provozieren, um die eigenen Wähler zu motivieren. Am Ende werde die Türkei die Verliererin sein, sagte sie damals voraus.