Notenbanker: China droht eine Immo-Blase

Die Industrie wächst, aber die Risiken steigen.

Peking. Chinas Industrie ist einer privaten Umfrage zufolge im August so stark gewachsen wie seit sechs Monaten nicht mehr. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex stieg zum Vormonat um 0,5 auf 51,6 Punkte. Experten hatten sogar mit einem Rückgang gerechnet. Im ersten Halbjahr wuchs die chinesische Wirtschaft mit 6,9 Prozent mehr als von Experten erwartet.

Dennoch ist nicht alles eitel Wonne: Die Notenbank schlägt Alarm wegen drohender Risiken durch den heiß gelaufenen Immobilienmarkt. Der Forschungsdirektor der Zentralbank, Xu Zhong, spricht in einem Fachartikel von „gravierenden Problemen“ in diesem Sektor. Der von starken Preisanstiegen in Metropolen und selbst in Provinzstädten geprägte Markt stehe der gesunden Entwicklung der Wirtschaft im Wege und sei zudem eine Quelle für Risiken im Finanzsektor, warnte Xu. Er kritisierte auch Fehler bei der Finanzaufsicht.

Xu schlägt vor, gegen Übertreibung auf dem Immobilienmarkt mit einer landesweit und regelmäßig erhobenen Immobiliensteuer vorzugehen. In der Volksrepublik pachten Hausbesitzer de facto die eigenen vier Wände für einen Zeitraum von bis zu 70 Jahren. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2017)

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