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Einmal in die Zukunft und retour

Tausende Hersteller buhlen auf der IFA um Kundschaft.
Tausende Hersteller buhlen auf der IFA um Kundschaft.(c) imago/Stefan Zeitz
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In Berlin zeigt das Who is Who der Technikbranche auf der Internationalen Funkausstellung (IFA), wie die Zukunft aussehen soll.

Riesige Hallen, tausende Hersteller und zigtausende Produkte präsentieren sich in Berlin auf dem Messegelände den Besuchern. Aufwändig dekoriert und mit riesigen Bildschirm-Installationen, Videoprojektionen, Promi-Köchen in super-hyper-modernen Küchen, versuchen die Hersteller die Besucher zu überzeugen, dass das die Zukunft ist. Alles an einem Tag zu sehen und gar auszuprobieren, ist schier unmöglich. Doch schnell hat man einen Überblick darüber, welche Vorstellungen die IT-Konzerne über unsere Zukunft haben.

Sie wird vernetzt sein. Roboter und smarte Assistenten sollen uns den Alltag erleichtern. Statt sich nach der Fernbedienung zu strecken, um das TV-Gerät einzuschalten, sollen wir es via Sprachbefehl Amazon Alexa, Microsoft Cortana oder Google Home erledigen lassen, um dann nur ein paar Minuten später von der smarten Uhr am Armgelenk ermahnt zu werden, uns zu bewegen und gefälligst nicht faul auf der Couch zu liegen.

Vom Prototypen zur Realität

Bereits 2016 war bei Panasonic ein Wandverbau zu bewundern, der augenscheinlich Glastüren verbaut hatte. Bei genauerer Betrachtung handelte es sich um ein TV-Gerät mit einem OLED-Display. In diesem Jahr wurde dieser durchsichtige Fernseher allein ausgestellt. Bis das Gerät aber tatsächlich auf dem Markt ist und leistbar, werden aber noch ein paar Jahre vergehen.

Bis es so weit ist, können Kunden sich die Zeit mit dem Abtauchen in virtuelle Welten vertreiben, wobei auch hier Hersteller durchaus unterschiedliche Wege gehen. Denn statt sich nur eine Brille aufzusetzen, um damit wie auf dem Holodeck von Raumschiff Enterprise in vergangene, künftige oder fiktionale Welten einzutauchen, will Microsoft mit seinen Partnern wie Asus, HP oder auch Lenovo den Kunden die „Mixed Reality“ schmackhaft machen. Brillen, die die reale Welt durch eingebaute Frontkameras anzeigen, aber ebenso auch virtuelle Elemente. Wer dabei im ersten Moment an Augmented Reality denkt, wie sie erstmals bei Pokémon Go zum Einsatz kommt, liegt nicht ganz so falsch. So ähnlich funktioniert auch die vermischte Welt. Nur sieht man diese beiden Welten durch das Trägermedium: die Brille.

Smartphones als Nebengeräusche

Samsung hat nicht bis zur IFA warten wollen und sein Multimedia-Arbeitsgerät, das Galaxy Note 8, bereits eine Woche vorher in New York präsentiert. In Berlin konnte es von den Besuchern aus allen Blickwinkeln betrachtet und ausprobiert werden. Für die Pressekonferenz blieb den Südkoreanern daher nicht mehr viel, um zu glänzen. Aktualisierte Uhren mit neuen Funktionen, die Schwimmerherzen höher schlagen lassen, und eine Waschmaschine, die sich fleißig in zwei Richtungen dreht und noch effizienter und schneller ist. Und natürlich auch smart. Ohne App geht's nicht.

Sony setzt wie immer auf Verwirrung

Seit Jahren bleibt sich Sony beim Design der Xperia-Serie treu. Ähnlich treu bleiben sich die Japaner bei den Produktbezeichnungen. Die neuen Geräte tragen jetzt den Namen Sony Xperia XZ1. Aber endlich gibt es auch wieder eine Compact-Version.

Klein, aber mit ansehnlich verbauter Technik. Gar nicht Schmalspur. Man lernt ja doch bei Sony. Die App 3D-Scan lässt viele Spielereien zu. So kann man sich selbst scannen, um in Star Wars gegen die dunklen Mächte zu kämpfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2017)