Die Gewalt der burmesischen Armee gegen die muslimische Minderheit sorgt für zornige Proteste in der islamischen Welt, während der Westen bisher verhalten reagiert hat.
Die burmesische Botschaft in Indonesiens Hauptstadt Jakarta gleicht einer Festung: Bewacht wird sie von Dutzenden bewaffneten Polizisten, das Gebäude ist mit Stacheldraht gesichert. Erst am Wochenende war die Botschaft mit Molotow-Cocktails attackiert worden. Seit Tagen versammeln sich hier Hunderte Muslime, um gegen den „Genozid“ der Rohingya, der islamischen Minderheit im mehrheitlich buddhistischen Burma (Myanmar), zu protestieren.
„Gott ist groß!“ skandieren wütende Frauen im Ganzkörperschleier, „stoppt den Genozid der Moslems in Myanmar!“, steht auf Schildern, die aufgebrachte bärtige Männer hochhalten. Auch in anderen größeren Städten Indonesiens kam es zu Demonstrationen, Fotos der Friedensnobelpreisträgerin und Burmas De-facto-Regierungschefin Aung Suu Kyi werden verbrannt. Aus Angst, dass die Proteste außer Kontrolle geraten könnten, will die indonesische Regierung eine für Freitag geplante Demo am Borobudur Tempel, dem größten buddhistischen Heiligtum Indonesiens, verbieten.