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Roboter bleiben in den Startlöchern

Ein Roboter arbeitet am 19 06 2017 an Kolben auf einer Montagelinie im Motorenwerk der Volkswagen Sa
Themenbild: Roboter(c) imago/Uwe Meinhold
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Unternehmen erwarten sich viel von der künstlichen Intelligenz, haben aber noch wenig davon umgesetzt, zeigt eine Umfrage der Boston Consulting Group.

Wien. Die Kluft zwischen Hoffnung und Realität ist groß: 85 Prozent der Unternehmen glauben, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Drei Viertel sehen darin eine Chance, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Aber nicht einmal fünf Prozent wenden die neuen Technologien tatsächlich schon in größerem Stil an. Immerhin 18 Prozent sind in der Probephase und tasten sich mit ersten Anwendungen langsam in das neue Terrain vor. Selbst unter Großkonzernen (mit über 100.000 Mitarbeitern) hat nur die Hälfte bei diesem Thema eine echte Strategie. Das ergibt eine internationale Studie der Berater von der Boston Consulting Group (BCG), die der „Presse“ exklusiv vorab vorliegt. Befragt wurden dafür über 3000 Manager und Analysten. Ein Drittel von ihnen arbeitet in den USA, zwei Drittel in 111 anderen Ländern. Die positiven Erwartungen überwiegen bei ihnen klar: 83 Prozent sehen KI (auch) als strategische Chance, nur 37 Prozent (auch) als strategisches Risiko.

 

Jobrisiko noch gering

Für die Arbeitnehmer hoch relevant: Weniger als die Hälfte der Firmen (47 Prozent) erwartet in den kommenden fünf Jahren einen Jobabbau durch den zunehmenden Einsatz von KI. Die Führungskräfte selbst wiegen sich ohnehin eher in Sicherheit: Nur 31 Prozent von ihnen befürchten (oder hoffen), dass Roboter einen Teil ihrer Aufgaben in absehbarer Zeit übernehmen können. Aber die überwältigende Mehrheit ist überzeugt, dass sich die Angestellten in ihrer Organisation im Zuge der „intelligenten“ Digitalisierung neue Fertigkeiten aneignen müssen. Der Trend gehe also (vorerst) nicht in Richtung Vernichtung von Arbeit, sondern zu neuen Arbeitsinhalten.

Die Basis für diese Entwicklungen ist fast überall vorhanden: eine große Anzahl von Daten. Aber die Algorithmen, die diese Informationen auswerten, sind nicht von vornherein „intelligent“. Dazu werden sie erst, wenn sie in der Lage sind, aus den gesammelten Erfahrungen zu lernen und Entscheidungen abzuleiten – wie es auch wir Menschen tun. Dazu kommen Fähigkeiten wie visuelle Wahrnehmung, Spracherkennung und Übersetzungen von einer Sprache in eine andere. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2017)