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Klassik

Streaming-Tipps: Hohe Gesangskunst und tiefe politische Wirren

Enorm wirkungsmächtig: Lev Dodins „Chowanschtschina“.Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
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Klassik-Freunde können heute im trauten Heim Vorstellungen der wichtigsten Opernhäuser mitverfolgen. Zu Callas' Zeiten musste man froh sein, einen Opernakt mit der Diva dokumentieren zu können.

Furlanetto im finsteren Russland

Mussorgsky: „Chowanschtschina“
Auf www.staatsoperlive.com

Erster Livestream aus der Wiener Staatsoper in der neuen Saison: Die zweite Aufführung der Aufführungsserie von Modest Mussorgskys Volksdrama „Chowanschtschina“ wird am Montag gestreamt und steht dann – für Abonnenten oder Neugierige, die das Streaming einmal ausprobieren möchten (14 Euro) – drei Tage lang im Netz.
Die Produktion des russischen Regie-Altmeisters Lev Dodin war nach der Premiere heftig diskutiert, erweist sich jedoch in ihrer auf mehrere Stockwerke verteilten, oft extrem verknappten Struktur bei jeder Wiederholung als enorm wirkungsmächtig.
Ferruccio Furlanetto gibt wieder den Ivan Chowanski, verstrickt in die religiös-politischen Intrigen im frühpetrinischen Russland. Der junge Zar tritt bei Mussorgsky zwar nicht in Erscheinung, ist aber als quasi göttlich-unantastbare richterliche Gewalt unentwegt spürbar.
Fesselnd die Momentaufnahmen menschlicher Regungen, die zwischen den gewaltigen Verwerfungen politischer Kämpfe immer wieder hör- und sichtbar werden, voran die sinnlichen Szenen der Marfa: Elena Maximova umgarnt mit wehendem Blondhaar und warm strömender Mezzostimme wieder Ain Anger, den strengen Sektenführer Dosifei.

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