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Beben und Sturm: Helfer kämpfen in Mexiko an zwei Fronten

Ein umgestürztes Gebäude in Matias Romero, im Bundesstaat Oaxaca.
Ein umgestürztes Gebäude in Matias Romero, im Bundesstaat Oaxaca.APA/AFP/VICTORIA RAZO
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Präsident Enrique Pena Nieto zufolge spürten 50 der 120 Millionen Einwohner Mexikos das Erdbeben der Stärke 8,2 am eigenen Leibe. Zwei Menschen kamen durch Sturm "Katia" ums Leben.

In Mexiko wird der Zwei-Fronten-Kampf gegen die Folgen des schweren Erdbebens und die Bedrohung durch den Hurrikan "Katia" fortgesetzt. Die stärksten Zerstörungen des Erdbebens im Pazifik wurden in der 100.000-Einwohner-Stadt Juchitan de Zaragoza festgestellt, wo sich Präsident Enrique Pena Nieto ein Bild von den Rettungsarbeiten machte. Die Zahl der geborgenen Toten stieg auf 61.

Das Beben ereignete sich am Donnerstag um 23.49 Uhr Ortszeit (Freitag 06.49 Uhr MESZ) und überraschte Millionen Menschen im Schlaf. "Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts", sagte Pena Nieto bei einem Besuch im nationalen Katastrophenabwehrzentrum. Zeitweise waren 1,5 Millionen Menschen ohne Strom.

Soldaten, Polizisten und Helfer lieferten sich im Erdbebengebiet einen Wettlauf mit der Zeit, um Überlebende des Bebens aus den Trümmern zu bergen. Ein Teil des im spanischen Kolonialstil errichteten Rathauses der Zapoteken-Stadt brach zusammen und begrub zwei Polizisten unter sich. Nachdem einer von ihnen gerettet worden war, flehte eine Frau für den anderen: "Gott, lass ihn lebend da herauskommen!" Mit vier Kränen und zahlreichen Spezialfahrzeugen wurden Trümmer beiseite geräumt.

Schwere Erdbeben-Schüden in Oaxaca

Vom Erdbeben am stärksten betroffen war der Bundesstaat Oaxaca, wo nach jüngsten Angaben mindestens 46 Menschen ums Leben kamen. Die übrigen Todesopfer wurden aus den Bundesstaaten Chiapas und Tabasco gemeldet. Rund 200 Verletzte wurden bisher offiziell registriert. Mehr als 260 Nachbeben erschütterten die Region im Laufe des Tages.

Zwölf Todesopfer wurden aus dem Bundesstaat Chiapas gemeldet, vier im Bundesstaat Tabasco. Mehr als 200 Menschen wurden insgesamt verletzt. In Juchitan in Oaxaca "brachen einige Häuser zusammen und begruben die Bewohner unter sich", sagte Nothilfekoordinator Luis Felipe. Die 100.000-Einwohner-Stadt bot mit abgedeckten Gebäuden, verschütteten Autos, eingestürzten Mauern, Scherben und Betontrümmern auf den Straßen ein verheerendes Bild. Allein hier wurden bisher 17 Leichen geborgen, doch liege die Zahl der Toten vermutlich "zwischen 30 und 40", sagte Gouverneur Alejandro Murat.

In Tabasco kamen zwei Kinder ums Leben: Eines wurde von einer einstürzenden Wand erschlagen; ein Säugling, der an ein Beatmungsgerät angeschlossen war, starb durch einen von dem Erdbeben ausgelösten Stromausfall. Mehr als 260 Nachbeben erschütterten die Region im Laufe des Tages.

Papst Franziskus sagte bei einem Gottesdienst in Kolumbien, er bete für "die, die ihr Leben verloren haben, und für ihre Familien".

Sturm Katia, die nächste Naturgewalt

Während der Süden von Mexiko noch mit den Folgen des Bebens kämpft, hat Wirbelsturm "Katia" im Osten des Landes mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Der Hurrikan traf am Freitagabend (Ortszeit) in Tecolutla im Bundesstaat Veracruz auf die mexikanische Atlantikküste.

Durch Überschwemmungen an zwei Flüssen im Bundesstaat Veracruz seien 235 Häuser zerstört worden, 900 Bewohner seien davon betroffen. Allerdings seien die Schäden insgesamt geringer als erwartet, sagte Puente. Das US-Hurrikan-Zentrum hatte zuvor vor "lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Schlammlawinen, insbesondere in bergigen Regionen" gewarnt.

Der ursprüngliche schwere Wirbelsturm wurde in der Nacht auf Samstag zum Tropensturm herabgestuft. Die mexikanische Regierung ging davon aus, dass mehr als eine Million Einwohner von dem Unwetter betroffen sein wird. Vorhergesagt wurden bis zu 64 Zentimeter Regen in einigen Gebieten.

Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. In Mexiko treffen fünf tektonische Platten zusammen. Ihre Verschiebungen haben zur Folge, dass das Land zu den Gebieten der Erde gehört, in denen die stärksten Erschütterungen auftreten.

(APA/AFP/dpa)